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Wanderung zum Furkelsee

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Kennt ihr das? Ihr seht ein Bild von einem Ort und wisst: Diesen Ort will, nein, muss ich sehen. Das Bild lässt euch nicht los und begleitet euch. Und dann seht ihr ihn wirklich, diesen Ort, der bisher nur in eurer Sehnsucht und auf Bildern existiert hat. Aber der Ort ist nicht so, wie ihr ihn euch vorgestellt habt, sondern viel, viel schöner. Weil ihr jetzt mittendrin seid und kein Foto einfangen kann, wie ihr euch in diesem Moment fühlt.

Diesen Moment habe ich am Sonntag erlebt. Wir sind nach Schlinig, einem kleinen Dorf im oberen Vinschgau, gefahren, um von dort Richtung Sesvennahütte und weiter Richtung Furkelsee zu wandern. Nicht nur der Furkelsee ist wunderschön: Die gesamte Wanderung ist ein Traum. Auf dem Weg zur Schutzhütte kommen wir an einem Wasserfall vorbei: Ein Mountainbiker legt einen Foto-Stopp ein und schwärmt vom “Postkartenmotiv”. Ich staune, wie grün die Landschaft hier über 2.200 Metern ist. Von wegen karge Bergwelt: Die Landschaft ist von Bächen und Seen durchzogen. Der Furkelsee ist noch nicht zu sehen, aber die Wanderung hat sich jetzt schon gelohnt.

Furkelsee Föllakopf Furkelsee mit Föllakopf

Wir wählen nicht den direkten Weg zum Furkelsee, sondern gehen erst Richtung Sesvennasee und Föllakopf. Auf dem Weg sehen wir vier Steinböcke. Ich habe noch nie in meinem Leben einen Steinbock gesehen. Gämse ja, Steinböcke nein. Und jetzt sehe ich gleich vier! Sie sind hier oben an Menschen gewöhnt und wir können sie beim Grasen, Rasten und Hörner aneinander reiben beobachten. Ich muss mich fast losreißen, denn noch haben wir unser Ziel nicht erreicht.

Bald kommen wir zum Sesvennasee, der türkis leuchtet. Wir schlagen einen falschen Weg ein, der über ein Geröllfeld steil bergan führt. Ich will nicht weitergehen – die Höhenangst in mir schreit nein, aber ein genauer Blick zeigt, dass dieser Weg nicht zum Furkelsee, sondern hinauf auf den Föllakopf führt. Wir gehen am Sesvennasee vorbei und setzen unsere Wanderung fort. Und da, in einer kleinen Mulde, liegt er: der Furkelsee. Er ist so viel schöner, als auf jedem Bild, das ich gesehen habe – vor allem, wenn die Sonne direkt auf das Wasser fällt. Wir legen eine Pause ein, genießen die Aussicht und die Ruhe um uns herum. Dann gehen wir weiter zur Sesvennascharte, da, wo Südtirol auf das Engadin trifft. Ein Grenzstein zeigt, wo Italien aufhört und die Schweiz beginnt. Jetzt bin ich an zwei Orten gleichzeitig: vor mir das Unterengadin, hinter mir Sesvenna- und Furkelsee mit Föllakopf. Es ist der perfekte Tag – und ich kann ihn teilen, mit Menschen, die mir so viel bedeuten.

Es ist einer dieser wenigen Momente, in denen die Wirklichkeit schöner ist als alles, was ich mir in meiner Phantasie ausgemalt habe.

Wasserfall Sesvenna Wasserfall auf dem Weg von Schlinig zur Sesvennahütte

Sesvenna Hochgebirgslandschaft oberhalb der Sesvennahütte

Sesvenna Bäche und Seen durchziehen die Landschaft.

Steinböcke Unterwegs treffen wir auf Steinböcke.

Steinbock Steinbock auf dem Weg zum Sesvennasee

Sesvennasee Sesvennasee

Furkelsee Sesvennasee Föllakopf Furkelsee und Sesvennasee mit Föllakopf

Mein perfekter Moment Mein perfekter Moment

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