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Wandern mit Kleinkind: Welche Trage ist am besten?

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Als wanderbegeisterte Mama war für mich schnell klar, dass ich auch mit Kleinkind wandern und in den Südtiroler Bergen unterwegs sein will. Doch welche Trage ist am besten? Im Babyjahr waren wir mit Tragetuch unterwegs. Nach Alternativen mussten wir uns nicht umschauen. Alle drei – Tragemama, Tragepapa und Tragebaby – liebten wir das Wandern mit Tragetuch. Jetzt, wo unsere Tochter schon eineinhalb ist, stellen wir uns die Frage nach einer geeigneten Tragehilfe zum Wandern mit Kleinkind. Unser erster Gedanke: Wir müssen einen Tragerucksack kaufen. Aber muss es unbedingt eine Kraxe sein? Oder gibt es komfortable und sinnvolle Alternativen zum Tragerucksack?

Welche Alternativen zur Kraxe gibt es?

Als Alternativen zur Kraxe bieten sich beim Wandern mit Kleinkind folgende Tragesysteme an: Tragetuch und Ring Sling sowie Tragehilfen wie Full Buckle, Half Buckle, Mei Tai, Onbuhimo (kurz Onbu) und Hybridtrage. Was steckt hinter diesen Begriffen? Unter Full Buckle versteht man eine Trage, bei der sowohl Hüftgurt als auch Schulterträger mit Schnallen versehen sind. Im Unterschied dazu werden bei einer Half Buckle Trage die Schulterträger gebunden. Eine Mei Tai besteht aus einem rechteckigen Stück Stoff, an dem Hüftbänder und Schulterträger befestigt sind. Beide werden gebunden. Ein Onbuhimo weist keinen Hüftgurt auf und wird am Rücken getragen. Eine Hybridtrage vereint Full Buckle und Onbu in einer Trage: Durch einen abnehmbaren Hüftgurt verwandelt sich die Full Buckle Trage in einen Onbuhimo.

#1 Welche Trage zum Wandern mit Kleinkind? Das Tragetuch

Tragen im Tragetuch
Im Babyjahr unser Favorit: das Tragetuch

Im Babyjahr war das Tragetuch unsere erste Wahl, beim Wandern mit Kleinkind empfinden wir das Binden aber als aufwendiger: Ein Kleinkind ist ein Laufkind, das auch selbst wandern will und soll. Das bedeutet auch, dass das Tragetuch unter Umständen mehrmals neu gebunden werden muss.

Vorteile des Tragetuchs

  • Ergonomisch korrekte Haltung des Kindes im Tragetuch (Anhock-Spreiz-Haltung)
  • Große Auswahl an unterschiedlichen Stoffen bei Tragetüchern: von Leinen über Seide und Wolle bis hin zu Hanf und natürlich dem Allrounder Baumwolle
  • Gute Einschlafhilfe für müde Kleinkinder
  • Sommer- und wintertauglich
  • Von Geburt bis zum Ende der Tragezeit nutzbar (Dies gilt für gewebte Tragetücher, auf die ich hier Bezug nehme. Elastische Tragetücher sind nur für Neugeborene geeignet und finden hier deshalb keine Beachtung.)
  • Verschiedene Tragepositionen möglich (Brust, Rücken, Hüfte)

Nachteile des Tragetuchs

  • Im Vergleich zu Fertigtragen komplexere Handhabung: Das Binden des Tragetuchs erfordert einiges an Übung.
  • Hopp on/Hopp off ist im Tragetuch etwas mühselig.
  • Die Tragetuchenden können beim Anlegen bzw. Ablegen des Kindes auf matschigem/staubigen Boden schnell schmutzig werden.
  • Weniger luftig als eine Tragehilfe

Das Didymos Reinleinen Tragetuch im Test

Beschreibung des Didymos Reinleinen Tragetuchs

Das Tragetuch besteht aus 100% Leinen und ist in Diamantwebung gewebt. Das Tuch fühlte sich anfangs etwas rau an, wird aber – typisch für Leinen – mit jedem Waschen und Einkuscheln weicher. Gerade im Sommer ist Leinen aufgrund seiner wärmeregulierenden Eigenschaft eine tolle Option.

Unsere Erfahrung mit dem Didymos Reinleinen Tragetuch

Im Babyjahr haben wir in dieses Modell investiert, weil mir das Tragetuch aus Baumwolle zu warm war. Wir haben ein Tragetuch in Größe 6 gekauft, weil wir hauptsächlich die Wickelkreuztrage binden, für mich wäre auch eine Größe 5 und damit ein halber Meter weniger Stoff ausreichend gewesen. Mein Mann hingegen war und ist vom Tragetuch uneingeschränkt begeistert. Selbst längere Touren waren mit dem Tragetuch kein Problem. Auch unsere Kleine fühlt sich im Tuch sichtlich wohl und geborgen. Der Nachteil im Kleinkindalter ist, dass das Binden und Straffziehen des Tragetuchs etwas länger dauern kann und unser Mädchen manchmal ungeduldig wird.

Fazit: Wer gut und sicher bindet, wird mit dem Tragetuch lange seine Freude haben. Jede Bindeweise muss jedoch neu gelernt werden und nicht jede Größe ist für jede Bindeweise geeignet. Dafür bietet das Tragetuch viele verschiedene Bindemöglichkeiten, sodass jeder die für sich passende finden wird. Ich würde im Babyjahr jederzeit wieder das Tragetuch wählen, für unsere Wanderungen mit Kleinkind ziehe ich andere Optionen vor. Wer von Geburt an bis ins Kleinkindalter ein Tragesystem nutzen möchte, ist mit einem Tragetuch bestens beraten.

#2 Welche Trage zum Wandern mit Kleinkind? Der Ring Sling

Spaziergang im Ring Sling
Durch die einseitige Gewichtsverteilung nur für kurze Spaziergänge zu empfehlen: der Ring Sling

Vorweg: Der Ring Sling eignet sich sicher nicht für längere, anspruchsvolle Touren. Bei uns kommt der Ring Sling vor allem auf kürzeren Strecken zum Einsatz, wenn unser Kind den Großteil der Strecke allein zurücklegt und sich nur ab und zu an Mama oder Papa kuscheln möchte.

Vorteile des Ring Slings

  • Geringes Eigengewicht: Ein Ring Sling ist leicht und findet im Rucksack ohne Probleme Platz.
  • Geeignet für kürzere Strecken, wenn das Kleinkind selbst auch einen Großteil des Weges laufen will
  • Wie das Tragetuch ist auch der Ring Sling in einer Vielzahl an Stoffen und Mustern erhältlich.
  • Verschiedene Tragepositionen möglich

Nachteile des Ring Slings

  • Einseitige Belastung
  • Für längere und/oder anspruchsvolle Touren nicht geeignet

Der Wild Bloom Leinen Ring Sling im Test

Beschreibung des Wild Bloom Ring Slings

Der Ring Sling ist 1,85 Meter lang und besteht aus 100% stonewashed Leinen. Das Besondere an stonewashed Leinen ist, dass es sich bereits von Beginn an superweich anfühlt und auch leicht festziehen lässt. Der Ring Sling ist gerafft genäht.

Unsere Erfahrungen mit dem Wild Bloom Ring Sling

Entgegen meiner Erwartung mag ich den Ring Sling sehr. Auf meiner Hüfte sitzend kann meine Kleine die Umgebung entdecken und gleichzeitig fühlt sie sich sicher und geborgen. Wir verwenden den Ring Sling ausschließlich für leichte Spaziergänge. Auch schlafen kann mein Mädchen in einem Ring Sling gut. Allerdings in diesem einen Fall weniger zu meiner Freude, weil das Gewicht dann zu sehr auf meine Schulter drückt.

Fazit: Der Ring Sling kann eine Ergänzung zu einer anderen Tragehilfe sein. Empfehlen können wir ihn nur für kurze Wegstrecken, auf denen ihr euer Kind sonst einfach im Arm auf die Hüfte gestützt tragen würdet.

#3 Welche Trage zum Wandern mit Kleinkind? Die Full Buckle/Onbu-Hybridtrage

Welche Trage zum Wandern mit Kleinkind? Hybridtrage
Eine gute Option für lange Wanderungen: die Hybridtrage (hier als Full Buckle)

Nachdem ich im Babyjahr nur mit Tragetuch unterwegs war, fühle ich mich anfangs von den vielen Schnallen fast etwas überfordert. Und wie bekomme ich mein Mädchen ohne Hilfe auf den Rücken? Bei einer Trageberatung lassen wir uns die richtige Technik erklären und bald läuft das An- und Ablegen des Kindes intuitiv.

Full Buckle oder Onbu? Die Hybridtrage vereint zwei Tragesysteme in einem Modell. Wer die Trage als Onbu nutzen möchte, entfernt einfach schnell den Hüftgurt.

Vorteile der Hybridtrage

  • 2-in-1-Trage: Die Hybridtrage ermöglicht es, zwei unterschiedliche Tragesysteme zu nutzen.
  • Ergonomisch korrekte Haltung des Kindes (Anhock-Spreiz-Haltung) | gute Einschlafhilfe für müde Kleinkinder | sommer- und wintertauglich (gilt für Full Buckle und Onbu)
  • Gute Gewichtsverteilung auf Hüfte, Schultern und Rücken bei Befestigung der Schulterträger am Rückenpanel | verschiedene Tragepositionen möglich | keine Schulterträger, die auf den Boden hängen (bei Verwendung als Full Buckle)
  • Einfache Handhabung | geringes Packmaß | durch fehlenden Hüftgurt auch in Schwangerschaft geeignet (bei Verwendung als Onbu)

Nachteile der Hybridtrage

  • Bei häufigem Wechsel zwischen Full Buckle und Onbu muss der Hüftgurt jedes Mal neu angelegt und der Steg neu eingestellt werden.
  • Schnallen müssen bei unterschiedlicher Körperstatur bei jedem Tragenden neu eingestellt werden, was aber mit etwas Übung schnell gemacht ist (bei Verwendung als Full Buckle)
  • Nur als Rückentrage nutzbar | Gewicht lastet vollständig auf den Schultern (bei Verwendung als Onbu)

Die Hybridtrage Limas Flex im Test

Full Buckle

Beschreibung der Limas Flex

Die Limas Flex besteht aus Bio-Baumwolle, verfügt über ein Rückenpanel aus Tragetuchstoff und einen mittels Klettverschluss stufenlos verstellbaren Steg. Die Schultergurte lassen sich am Rücken oder am Hüftgurt befestigen. Hüft- und Schultergurt sind gepolstert und sorgen für einen guten Tragekomfort.

Die Kopfstütze ist mittels Druckknöpfen am Rückenpanel befestigt. Wenn das Kind in der Trage einschläft, können die Bänder an einer Vorrichtung am Schulterträger befestigt werden. Das Knoten ist eher umständlich, da die Bänder relativ starr sind.

Der Bauchgurt ist geschwungen geschnitten, die Hüftschnalle unterpolstert. Die Schnalle kann durch ein Sicherheitsgummi gezogen werden, sodass die Sicherheit des Traglings auch gewährleistet ist, sollte sich die Schnalle öffnen. Da es sich um eine Hybridtrage handelt, ist der Hüftgurt nicht fix am Rückenpanel befestigt, sondern kann entfernt werden. Das Rückenteil kann an den Seiten mittels einer Schnalle verkürzt werden.

Die Trage ist laut Hersteller für Kinder von 3,5 bis 20 Kilogramm geeignet. Das Rückenpanel fällt jedoch eher kurz aus. Für unser eineinhalb Jahre altes Mädchen, das die Arme am liebsten oben herausstreckt, und nicht etwa seitlich am Rückenpanel, ist die Länge derzeit aber ideal.

Unsere Erfahrungen mit der Limas Flex

Bei unserer ersten Wanderung befestige ich die Schulterträger am Rückenpanel. Ich bin erstaunt, wie angenehm das Tragen ist. Sehr wichtig für mich als Tragemama: Unser müdes Kleinkind ist kaum zehn Minuten in der Limas Flex, bevor sie in ihr Mittagsschläfchen fällt. Auf dem Rückweg will unsere Kleine dann selbst laufen. Als sie wieder müde wird, lässt sich sich wieder gerne in die Limas Flex packen und von Mama tragen.

Bei unserer zweiten Wanderung mit der Limas Flex befestige ich die Schulterträger auf Anraten der Trageberaterin am Hüftgurt. Nach 800 Höhenmetern und fast zweieinhalb Stunden bergauf bin ich ziemlich geschafft. Was den Tragekomfort angeht, ziehe ich es vor, die Schulterträger am Rückenpanel zu befestigen.

Als Onbu finde ich die Trage nur für kürzere Strecken empfehlenswert, da hier das gesamte Gewicht auf den Schultern lastet. Ich persönlich bevorzuge eine gleichmäßige Gewichtsverteilung auf den gesamten Oberkörper. Was das Handling angeht, ist der Onbu aber unschlagbar.

Fazit: Sowohl wir Trageeltern als auch unser Tragekind fühlen sich wohl mit der Trage. Persönlich bevorzuge ich, was den Tragekomfort angeht, die Verwendung als Full Buckle. Als 2-in-1- Trage und dank der langen Nutzungsdauer, die in den meisten Fällen die gesamte Tragezeit abdecken dürfte, bietet die Limas Flex ein super Preis-Leistungsverhältnis.

#4 Welche Trage zum Wandern mit Kleinkind? Die Half Buckle

Welche Trage zum Wandern mit Kleinkind? Half Buckle
Eine bequeme Option: die Half Buckle Tragehilfe

Bei einer Half Buckle wird der Hüftgurt mittels Schnalle geschlossen, die Schulterträger werden gebunden. In der Trageberatung erfahren wir, wie wir unser Mädchen ohne Hilfe leicht auf den Rücken binden können.

Vorteile der Half Buckle

  • Ergonomisch korrekte Haltung des Kindes (Anhock-Spreiz-Haltung)
  • Gute Einschlafhilfe für müde Kleinkinder
  • Sommer- und wintertauglich
  • Verschiedene Tragepositionen möglich
  • Gute Gewichtsverteilung
  • Gute Anpassung an Tragende unterschiedlicher Statur

Nachteile der Half Buckle

  • Die Schulterträger können beim Anlegen bzw. Ablegen des Kindes auf matschigem/staubigen Boden schnell schmutzig werden.

Die MaMo-Babytrage im Test

Babytrage Half Buckle

Beschreibung der MaMo-Babytrage

Die Babytrage von MamaMotion weist vier Besonderheiten auf: Die Tragehilfen bestehen nicht aus Baumwolle, sondern aus Ramie. Ramie ist eine Naturfaser, die Leinen und Hanf ähnlich ist und sich etwas rau anfühlt. Die Trage wird aus Hüftgurt, Beutel, Kopfstütze, Schulterträgern und gegebenenfalls Gurtschoner und Brustgurt zusammengestellt. Die Einzelteile werden über Klett bzw. Druckknöpfe befestigt. Dank dieses Baukastensystems lassen sich die Farbkombinationen von Beutel, Schulterträgern und Kopfstütze frei wählen und dem eigenen Geschmack anpassen. Beutel gibt es in vier verschiedenen Größen, die der Kleidergröße des Kindes angepasst sind. Als vierte Besonderheit sind die unterschiedlichen Schulterträger zu nennen: schmale, gepolsterte Schulterträger und aufgefächerte, ungepolsterte Träger.

Der Hüftgurt ist gerade geschnitten und fällt eher schmal aus, die Bauchschnalle ist unterpolstert. Die Kopfstütze wird mittels Druckknöpfen an den Schulterträgern befestigt, was ich sehr praktisch finde.

Unsere Erfahrung mit der MaMo-Babytrage

Wir haben die Trage mit beiden Schulterträger-Varianten getestet. Mein Favorit: die aufgefächerten, ungepolsterten Träger. Das Gewicht verteilt sich super auf Schultern, Rücken und Hüfte, das Tragen fällt mir dementsprechend leicht. Ich bin positiv überrascht, wie leicht sich unser Mädchen für mich anfühlt. Für unsere Kleine sind beide Trägervarianten gleichermaßen angenehm: Auch in der Half Buckle von MamaMotion kann unser Mädchen super schlafen, was für mich gerade bei Tageswanderungen sehr wichtig ist.

Fazit: Die MaMo-Babytrage ist ein tolle Trage für Trageeltern und Tragekind und was den Tragekomfort und die Gewichtsverteilung angeht, mein persönlicher Favorit.

#5 Welche Trage zum Wandern mit Kleinkind? Die Mei Tai

Welche Trage zum Wandern mit Kleinkind? Mei Tai
Dem Tragetuch am ähnlichsten und schon für kleine Kinder geeignet: die Mei Tai

Eine Mei Tai ist die Tragehilfe, die dem Tragetuch am ähnlichsten ist, da sowohl Hüftbänder- als auch Schulterträger gebunden werden.

Vorteile einer Mei Tai

  • Ergonomisch korrekte Haltung des Kindes (Anhock-Spreiz-Haltung)
  • Gute Einschlafhilfe für müde Kleinkinder
  • Sommer- und wintertauglich
  • Verschiedene Tragepositionen möglich
  • Gute Anpassung an Tragende unterschiedlicher Statur
  • Eine Mei Tai ermöglicht eine hohe Trageposition des Kindes am Rücken.

Nachteile einer Mei Tai

  • Die langen Bänder der Mei Tai können beim Anlegen bzw. Ablegen des Kindes auf matschigem/staubigen Boden schnell schmutzig werden.

Die Schmusewolke MeiTai im Test

Wandern mit Mei Tai

Beschreibung der Schmusewolke MeiTai

Die Schmusewolke Mei Tai besteht aus Bio-Baumwolle, einem Hüftgurt, der am Rücken und an den Seiten gepolstert ist, und im oberen Schulterbereich gepolsterten Schulterträgern – beide zum Binden. Das Rückenpanel kann an den Seiten gerafft oder mittels Bändern am Hüftgurt verkürzt werden: So passt das Rückenteil auch für kleinere Kinder. Wir haben das Rückenpanel an der Seite gerafft, damit unsere Kleine die Arme nach oben nehmen kann.

Die Kopfstütze kann mittels Bändern an Schlaufen an den Schulterträgern festgemacht werden. Durch die weichen Stoffbänder fällt das Knoten recht leicht, dennoch bevorzugen wir Druckknöpfe.

Sofort verliebt habe ich mich in den kuschelweichen Stoff – kein Eintragen und Einkuscheln nötig. Die Schmusewolke MeiTai hat nicht nur eine tolle Haptik, sondern ist auch optisch sehr ansprechend. Eine Besonderheit der Schmusewolke MeiTai: Sie ist wendbar und kann mit beiden Seiten nach außen getragen werden.

Laut Hersteller ist die Mei Tai von 0 bis 24 Monaten bzw. von 3 bis 16 kg geeignet.

Unsere Erfahrung mit der Schmusewolke MeiTai

Entgegen meiner Erwartung halten die Hüft- und Schulterbänder, einmal ordentlich festgezogen, bombenfest. Besonders begeistert bin ich vom Hüftgurt, der sich perfekt an den Körper anschmiegt. Er lässt sich auf der Hüfte oder aber auch direkt unter der Brust binden. Beide Varianten sind gleichermaßen angenehm, da der Hüftgurt nicht absteht. So können wir unser kleines Mädchen, je nach Wunsch, höher oder tiefer am Rücken tragen.

Die Schmusewolke MeiTai bietet ein schönes Tragegefühl – für Trageeltern und Tragekind: Der Stoff ist ein Hautschmeichler und umhüllt unser Mädchen sanft.

Fazit: Der kuschelweiche Stoff, die strahlenden Farben und der bequeme Hüftgurt zeichnen die Schmusewolke MeiTai aus. Mein Design-Favorit!

#6 Welche Trage zum Wandern mit Kleinkind? Die Kraxe

Wandern mit Tragerucksack
Das am häufigsten genutzte Tragesystem beim Wandern mit Kleinkind: die Kraxe

Für viele Eltern ist die Kraxe die erste Wahl. Und auch für uns war klar, dass wir einen Tragerucksack für unsere Touren kaufen wollen.

Vorteile des Tragerucksacks

  • Sonnendach und Regenschutz
  • Zusätzlicher Stauraum
  • Durch die hohe Position des Kindes am Rücken hat es eine gute Sicht auf die Umgebung.

Nachteile des Tragerucksacks:

  • Keine ergonomisch korrekte Haltung des Kindes
  • Nicht wintertauglich
  • Nach hinten verlagerter Schwerpunkt
  • Das Kleinkind schläft in einer Kraxe weniger schnell ein.
  • Hohes Eigengewicht
  • Hoher Anschaffungspreis

Der Osprey Poco im Test

Beschreibung des Osprey Poco

Der Osprey Poco verfügt über einen höhenverstellbaren Sitz, ein integriertes Sonnendach, praktische Netztaschen an den Seiten sowie ein Bodenfach und eine weitere Tasche am Rücken. Die Schulterträger sind höhenverstellbar, sodass sich das Rückenteil an die Größe der Tragenden anpassen lässt. Das luftdurchlässige Netzteil am Rücken verhindert starkes Schwitzen. Der Sabberpolster ist abnehmbar und waschbar. Wichtig für unsere Kaufentscheidung: Das Modell verfügt über Steigbügel. Trotz dieser Fußschlaufen ist die Haltung des Kindes in der Kraxe aber nicht ideal.

Unsere Erfahrungen mit dem Osprey Poco

Unser Mädchen ist im ersten Moment begeistert von der Kraxe. Sie lässt sich gerne in den Tragerucksack setzen und genießt den Ausblick von der hohen Trageposition aus. Als sie aber müde wird, fühlt sie sich deutlich weniger wohl und auch das Einschlafen fällt ihr schwerer. Ihr fehlt eindeutig der Kuschelfaktor. Ein großes Manko ist für mich auch die leider nicht kindgerechte Haltung in der Kraxe.

Fazit: Für uns wiegen die Vorteile einer Kraxe ihre Nachteile nicht auf. Nur auf mehrtägigen Hüttentouren würden wir einen Tragerucksack wählen.

Welche Trage zum Wandern mit Kleinkind? Tragetuch und Tragehilfen versus Kraxe

Der entscheidende Vorteil eines Tragetuchs oder eine Tragehilfe im Vergleich zu einer Kraxe ist für mich der direkte Körperkontakt. Direkter Körperkontakt? Aber im Sommer schwitzt man sich ja nur gegenseitig voll, höre ich da manchen Einwand. Das stimmt, aber gleichzeitig spüre ich als Tragemama unmittelbar, wie es meinem Kind geht, wie es sich gerade fühlt. Ist es müde, lässt alle Anspannung los und schläft gemütlich ein? Oder wird es unruhig, will raus aus der Trage und selbst laufen? Durch den direkten Körperkontakt reagiere ich auch schneller und unmittelbarer auf die Bedürfnisse meines Kindes. In der Kraxe ist – wie im Kinderwagen – die Gefahr größer, den eigenen Wunsch, schnell voranzukommen über die Bedürfnisse des Kindes zu stellen.

Was spricht hingegen für die Kraxe? Wenn das Kind in der Kraxe schläft, schafft man es vielleicht, die Kraxe samt schlafendem Kind abzustellen, ohne dass es aufwacht. Mehr als einmal habe ich mit einem schlafenden Baby bzw. Kleinkind in Tragetuch und Tragehilfe das Wanderziel erreicht und stand dann vor der Wahl: endlich die Tragehilfe abnehmen, dafür aber das schlafende Kind aufwecken oder aber weiter tragen, obwohl man das Baby/Kleinkind vielleicht schon seit zwei Stunden auf den jetzt doch müden Schultern trägt.

Welche Trage ist am besten zum Wandern mit Kleinkind geeignet?

Die beste Trage richtet sich nach euren Bedürfnissen – und nach den Bedürfnissen des Traglings und lässt sich pauschal nicht beantworten. Wenn ihr die Möglichkeit habt, testet vorab die verschiedenen Tragesysteme auf einer Wanderung. Trageberater/innen bieten die Möglichkeit, Tragehilfen leihweise zu testen.

Meine Empfehlung an euch: Investiert in eine Trageberatung und testet euch durch die verschiedenen Modelle und Marken. Denn auch hier gibt es große Unterschiede und die Wahl fällt nach ausgiebigem Testen deutlich leichter.

Welche Trage zum Wandern? Kriterien für die Auswahl eurer Tragehilfe

  • Anhock-Spreiz-Haltung: Eine gute Tragehilfe unterstützt die ergonomisch korrekte Haltung des Kindes. Bei einer Tragehilfe sollte der Steg von Kniekehle zu Kniekehle reichen, damit das Kind die Anhock-Spreiz-Haltung einnehmen kann. Je kleiner das Kind, umso wichtiger ist die Anhock-Spreiz-Haltung.
  • Tragekomfort: Tragemama bzw. Tragepapa müssen sich mit der Trage wohl fühlen.
  • Handling: Ihr solltet imstande sein, die Tragehilfe schnell und einfach an- und auch wieder abzulegen. Laufkinder wollen und sollen nicht stundenlang in der Trage bleiben, sondern immer mal wieder selbst laufen dürfen. Eine Trage sollte das Hopp on/Hopp off Prinzip unterstützen. Trage- und Laufphasen sollen sich mühelos ergänzen.
  • Wohlbefinden des Kindes: Der beste Tragekomfort nutzt nichts, wenn sich das Kind in der Tragehilfe bzw. in der Kraxe nicht wohl fühlt. Wichtig für mich ist, dass mein müdes Kind unterwegs auch bequem schlafen kann und das Köpfchen gut gestützt ist.
  • Pflege: Eine Tragehilfe sollte pflegeleicht sein. Ideal ist es, wenn die Tragehilfe in der Waschmaschine gewaschen werden kann bzw. im Fall einer Kraxe der Sabberpolster einfach gereinigt werden kann.
  • Gewicht: Ein Tragerucksack bringt bereits ein hohes Eigengewicht mit, während Tragetuch und Tragehilfen deutlich leichter sind. Aber auch bei den Kraxen gibt es deutliche Gewichtsunterschiede.
  • Packmaß: Gerade bei Kindern, die schon selbst einen Großteil der Strecke alleine laufen können, ist es praktisch, wenn sich die Tragehilfe einfach im Rucksack verstauen lässt.
  • Preis-Leistungsverhältnis: Wie lange ist die Tragehilfe nutzbar? Welche Tragemöglichkeiten bietet ein System? Aus welchem Material besteht die Trage?
  • Design: Tragetücher und Tragehilfen gibt es von schlicht bis aufwändig gestaltet, sodass für jeden Geschmack etwas dabei ist.

Tipps zum Wandern mit Kleinkind

#1 Pausen einplanen

Das Kleinkind will und soll selbst die Natur entdecken können. Nach ein bis maximal zwei Stunden in Tragetuch, Ring Sling, Tragehilfe oder Kraxe sollte das Kind auch selbst laufen dürfen. Gerade bei einer Kraxe besteht die Gefahr, einfach weiterzugehen, obwohl das Kind selbst laufen möchte. In Tragetuch, Ring Sling oder Tragehilfe bekommen Tragemama und Tragepapa das Unbehagen des Kindes unmittelbar zu spüren. Auch Laufanfänger sollen selbst ein paar Schritte gehen dürfen. Das verhindert auch das Einschlafen der Gliedmaßen.

Die Pausen kommen aber nicht nur dem Kleinkind zugute. Auch die müden Schultern danken eine kurze Entspannungszeit.

#2 In ein gutes Modell investieren

Unabhängig davon, für welche Art des Tragens ihr euch entscheidet: Investiert eurem Kind zu liebe in ein gutes Modell. Kein Kind sollte beim Tragen vom Tragenden wegschauen bzw. nach vorne gerichtet getragen werden. Mein Mann und ich leiden immer mit, wenn wir ein Kind in einer so unnatürlichen Haltung sehen, mit herabhängenden Beinchen und Rücken an Bauch. Eine solche Babytrage ermöglicht keine Anhock-Spreiz-Haltung und kann zudem zu einer Reizüberflutung des Babys führen. Bei einer Kraxe achtet darauf, dass Fußschlaufen vorhanden sind – und nutzt sie auch!

#3 Trage richtig einstellen

Ob Tragetuch, Tragehilfe oder Kraxe – achtet auf ein sauberes Binden, Anlegen bzw. Einstellen. Schaut euch Anleitungen auf Youtube an, geht zu einer Trageberatung oder lasst euch von Bekannten mit Erfahrung im Tragen helfen.

Transparenz: Die Limas Flex, die MaMo-Babytrage und die Schmusewolke MeiTai wurden uns zum Testen zur Verfügung gestellt. Vielen Dank hierfür. Tragetuch und Ring Sling haben wir im Babyjahr neu gekauft, die Osprey Poco Kraxe second hand erworben. Der Artikel spiegelt die persönlichen Erfahrungen von meiner Familie wider und müssen nicht mit den Erfahrungen anderer Trageeltern übereinstimmen.

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