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Trendziel 2014: Istanbul

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Die Stadt am Bosporus liegt zwischen zwei Welten: Geographisch bildet Istanbul die Brücke zwischen Europa und Asien, zwischen Orient und Okzident. Doch mehr noch als diese Ost-West-Verbindung prägt der Gegensatz zwischen Tradition und Moderne die Metropole – der Gegensatz zwischen seiner vom Islam geprägten Altstadt, wo Moscheen und Minarette das Stadtbild bestimmen und Muezzine zum Gebet rufen und dem jungen Neu-Istanbul.

Sultan-Ahmed-Moschee
Moscheen prägen das Bild der Istanbuler Altstadt.

Wo sind die Frauen, frage ich mich, als ich durch die nächtliche Altstadt gehe. Männer, zu zweit oder in Kleingruppen, ziehen durch die Straßen. Ein Frau ist, wenn überhaupt, nur mit Kopftuch in Begleitung eines Mannes unterwegs. Es scheint, als hätte das nächtliche Istanbul die Frauen verschluckt. In den Moscheen ist den Frauen ein eigener, von den Männern abgetrennter, Gebetsplatz zugewiesen, der sich in der Nähe des Eingangs befindet. Im nächtlichen Istanbul scheint kein Platz mehr für sie zu sein. Das jedenfalls ist mein Eindruck, bis ich durch Neu-Istanbul gehe – das neue, das junge, das moderne Istanbul. In der Einkaufsstraße tummeln sich meist junge Menschen, die sich modisch durch nichts von anderen Jugendlichen Europas unterscheiden. Da gibt es kein Kopftuch, das die Haare bedeckt.

Frauengebetsplatz Moschee
Für Frauen reservierter Gebetsplatz

Und doch ist es die Altstadt Istanbuls, die mich verzaubert. Hier lebt die Geschichte des Osmanischen Reiches fort, hier spüre ich einen Hauch des orientalischen Zaubers aus Tausendundeiner Nacht. In den Moscheen zeigen sich die Größe der Sultane, die Kunst ihrer Architekten und der Einfluss des Islams auf das Alltagsleben. Für einen gläubigen Mann ist das Freitagsgebet in der Moschee verpflichtend. Frauen können auch in ihren eigenen vier Wänden beten. Zum Freitagsgebet füllt sich auch die Süleymaniye-Moschee. Sie ist eine der größten Moscheen Istanbuls. In der andächtigen Atmosphäre dieser Moschee ist ein Kopftuch auch für Frauen aus dem Westen Pflicht!

Süleymaniye-Moschee
Blick ins Innere der Süleymaniye-Moschee

Architektonisch ist es die Sultan-Ahmed-Moschee, die mich am meisten beeindruckt. Sechs Minarette, eine imposante Kuppel und blau-weiße Fliesen, die der Moschee den Namen Blaue Moschee eingebracht haben, bestimmen ihre Form. Ihr gegenüber liegt die Hagia Sophia, ein beeindruckendes Gotteshaus, das christliche und islamische Elemente verbindet.

Blaue Moschee Istanbul
Blaue Moschee

Hagia Sophia
Hagia Sophia

Doch die Macht und Größe der Sultane zeigt sich nicht nur in den Moscheen, sondern auch im Topkapi-Palast, ihrem einstigen Wohn- und Regierungssitz. Hier öffnet sich der Blick in die Privatgemächer des Sultans und seiner Frauen: den Harem, den Verbotenen Ort.

Topkapi Palast
Topkapi Palast

Das einstige Byzantion und Konstantinopel lebt auch heute noch von der Größe vergangener Tage: Es sind die Moscheen und Paläste, das orientalische Flair, das Marktreiben im Bazar, das die Touristen zu Millionen in die Stadt am Bosporus zieht und Istanbul zu einem beliebten Anlegeplatz großer Kreuzfahrtschiffe macht – und zum neuen Spitzenreiter von Reisenden aus aller Welt.

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