Winter und Schneeschuhwandern: Das gehört für mich seit einigen Jahren zusammen. Ich stapfe gerne durch den Pulverschnee und genieße die Aussicht auf eine weiße Winterlandschaft, Gipfelambitionen hege ich dabei nicht. Trotzdem haben wir uns für das Winter-Wochenende eine Schneeschuhwanderung ausgesucht, die über drei Gipfel führt: Lutterkopf, Durrakopf und Salzla. Die Berggipfel sind nicht besonders hoch und es ist nicht das erste Mal, dass ich die drei Gipfel in Angriff nehme. Als Kind war im Sommer eine Wanderung auf die Taistner Alm Pflicht und noch heute verbinde ich mit der Taistner Alm und den umliegenden Bergen schöne Kindheitserinnerungen.

Taistner Alm Weiße Berggipfel und dunkle Wälder

Laut Wanderbeschreibung ist die Schneeschuhwanderung über Lutterkopf und Durrakopf zwar lang, aber leicht. Doch der erste Anstieg hat es in sich: Der Weg führt ziemlich steil durch den Wald bergan und das Gehen ist, auch weil der Weg teilweise vereist ist, mühsam. Doch wie heißt es so schön: Oben angekommen, entschädigt die Aussicht für die Mühen des Aufstiegs. Ich komme ins Schwärmen: am Horizont die schneebedeckten Berge, unter mir die winterliche Taistner Vorderalm und neben mir dunkle Nadelwälder. Und von Lutterkopf Richtung Durrakopf ist auch der Weg absolut meins. Der Weg führt dem Kamm entlang, manchmal säumen ein paar Bäume den Weg und jetzt liegt auch ordentlich Schnee. Allein sind wir auf dieser Schneeschuhwanderung selten, schließlich wollen alle dieses schöne Sonntagswetter nutzen: Schneeschuhwanderer, Tourengeher und sogar ein Bergläufer zieht an uns vorbei.

Lutterkopf Winter Lutterkopf: Gipfelkreuz Nr. 1 unserer Schneeschuhtour

Schneeschuhwanderung Lutterkopf Durrakopf Salzla Schneeschuhwandern mit Aussicht: Auf dem Weg vom Lutterkopf zum Durrakopf

Kurz vor dem Durrakopf wartet noch mal ein steileres Stück auf uns, dann haben wir das Gipfelkreuz erreicht. Als ich das letzte Mal auf Durrakopf und Lutterkopf stand, war ich vielleicht halb so alt wie heute, aber bis zum nächsten Mal lasse ich nicht so viel Zeit verstreichen. Viel zu schön ist die Landschaft.

Durrakopf Winter Auf dem Durrakopf

Das Schönste jeder Schneeschuhwanderung ist für mich das leichte Bergab im tiefen Schnee. Wir verlassen die Spur und bahnen uns unseren Weg durch den Tiefschnee.

Schneeschuhwanderung Taistner Alm Ich liebe es, durch Tiefschnee zu stapfen.

Am Fuße des Durrakopf führen die Spuren Richtung Taistner Vorderalm, doch wir wählen noch den Weg über den Salzla. Der Salzla erinnert eher an einen Hügel als einen Berggipfel, aber er lohnt den Umweg. Auch hier war ich als Kind öfter – auf den Weg nach oben immer das Gipfelkreuz vor Augen, das man dann doch nicht so schnell erreicht, wie gedacht. Wir sind müde und überlegen, ob wir noch auf den Salzla sollen. Uns stecken schon mehrere Kilometer und rund 700 Höhenmeter in den Knochen. Der Reiz, als Erste die Spuren in den Schnee zu ziehen und in diesem Winter auf den Salzla zu wandern, ist jedoch stärker als die Müdigkeit. Zum dritten Mal am heutigen Tag erreichen wir das Gipfelkreuz, doch es sind nicht die Gipfel, die die Schneeschuhwanderung Lutterkopf, Durrakopf und Salzla so einmalig machen, sondern das Gefühl: das Gefühl, noch einmal Kind zu sein. Den ganzen Tag draußen zu sein, nur in der Natur und absolut nichts zu vermissen.

Bank Schnee Auf dem Weg zum Salzla kommen wir an diesem Rastplatz vorbei.

Salzla Ein letzter Aufstieg bis zum Salzla

Wegbeschreibung der Schneeschuhwanderung über Lutterkopf, Durrakopf und Salzla

Vom Parkplatz beim Mudlerhof oberhalb von Taisten zuerst dem Wegweiser Richtung Lutterkopf folgen, bald links ab auf Weg Nr. 31 etwas steil durch den Wald bergan bis zur Lichtung unmittelbar vor dem Lutterkopf. Vom Lutterkopf zuerst etwas bergab, dann beinahe eben, zuletzt steil ansteigend hinauf auf den Durrakopf. Bergab und weiter auf Weg Nr. 38, südwärts den breiten Hang zum Salzla hinauf. Hinunter zur Taistner Vorderalm und über die Rodelbahn zurück zum Parkplatz.

Kennzahlen der Schneeschuhwanderung: ca. 13 km, 720 Höhenmeter