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Samarkand, die Königin unter den Städten?

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Der Stadt Samarkand eilt ihr Ruf voraus: Sagenhaft soll sie sein – schön, prächtig und märchenhaft, Tausendundeiner Nacht entsprungen, eine Stadt, die alle anderen Städte in ihren Schatten stellt. Doch die Wirklichkeit schaut etwas anders aus: Mehrspurige Straßen prägen das Stadtbild, der Verkehr rollt am Registan vorbei. Die abendliche Stimmung wird gestört durch die Licht-und-Ton-Show, die die Medresen am Registan in Neonfarben taucht. Wo ist das sagenhafte Samarkand, das Königreich aus Tausendundeiner Nacht?

Shohizinda Mein Highlight: die Nekropole Shoizinda

Gur-Emir-Mausoleum Samarkand Das Gur-Emir-Mausoleum ist die Grabstätte Tamerlans, des sagenhaften, aber tyrannischen und für seine Brutalität gefürchteten Herrschers über Zentralasien.

Chiwa sei viel schöner als Samarkand, höre ich von anderen Usbekistan-Reisenden. Ich mag ihnen nicht so recht glauben. Vom Registan wirst du enttäuscht sein, sagen sie mir. Ihren Worten schenke ich keine Beachtung. Was wissen sie schon von meinem orientalischen Traum? Für mich ist Tausendundeine Nacht nicht nur ein geflügeltes Wort. Nein. Ich habe die Geschichten vom grausamen König Schahriyar und der mutigen Scheherazad gelesen und von fernen Ländern geträumt, den endlosen Weiten und prunkvollen Palästen. Doch wo bleibt die Magie des Orients?

Ich weiß es ja: Ich tue Samarkand unrecht. Aber ich habe mir so viel von der Stadt erwartet. Ich bin mit der Erwartung aufgebrochen, dass Samarkand die anderen Städte entlang der Seidenstraße in den Schatten stellen, dass der Registan in seiner Pracht alles andere überstrahlen würde. Wie Alexander der Große würde ich in Samarkand ankommen und schwärmen.

Alles, was ich über die Schönheit dieser Stadt gehört habe, ist wahr – nur dass sie noch viel schöner ist, als ich es mir vorgestellt habe.
– Alexander der Große

Und doch gibt es sie, die Momente, die mich verzaubern: mein goldener Moment im Inneren der Tilya-Kori-Medrese, das Gur-Emir-Mausoleum im Abendlicht und die Gräberstadt Shohizinda. Die Nekropole ist mein Highlight: Einheimische kommen hierher um zu beten, inmitten prächtig gestalteter Mausoleen. Bis ins 11. Jahrhundert reicht die Geschichte der Gräberstadt zurück, die in einen unteren, einen mittleren und einen oberen Bereich unterteilt ist. Traumhaft schöne Majolika prägen das Gesicht Shohizindas.

Gur-Emir Das Gur-Emir-Mausoleum in der Abendsonne

Goldene Decke Samarkand Mein goldener Moment: Im Inneren der Tilya-Kori-Medrese

Shohizinda Beeindruckend in ihrer Größe und Pracht: die Gräberstadt Shoizinda

Shohizinda Shoizinda ist Pilgerstätte für Gläubige.

Samarkand: Stadt der Kontraste

Von außen Prunk, im Inneren Verfall: Samarkand ist eine Stadt der Kontraste – Kontraste, die in der Bibi-Xanom-Moschee sichtbar werden. Wir bezahlen 12.000 Sum Eintritt, nur um in Inneren Absperrungen zu sehen, die auf Restaurierungsarbeiten hinweisen. Das Mauerwerk bröckelt herab, keine Spur von der Pracht eines Gur-Emir-Mausoleums. Von außen aber ist die Moschee, die der Lieblingsfrau von Amir Timur gewidmet ist, wahrhaft königlich.

Bibi Xanom Schön von außen, …

Bibi-Xanom-Moschee … im Inneren aber macht die Bibi-Xanom-Moschee einen desolaten Eindruck.

Bleibt die Stadt hinter ihrem Ruf zurück oder ist Samarkand die Königin unter den Städten? Ich bin mit zu hohen Erwartungen und falschen Vorstellungen aufgebrochen. Jetzt sehe ich Samarkand als eine sagenhafte Stadt, der ein modernes Gesicht verpasst wurde, die aber zum Teil noch heute an das legendäre Samarkand erinnert und mich den Lärm des Verkehrs und die Kontrolle durch die Polizei vergessen lässt.

Wart ihr schon einmal in Samarkand? Wurde euer Märchen aus Tausendundeiner Nacht war? Lasst es mich in den Kommentaren wissen!

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