Fünf Jahre lang war die Stadt an der Salzach meine zweite Heimat: Ich habe überfüllte Hörsäle besucht, bin durch die Getreidegasse geschlendert, war auf dem Mönchsberg und in den Lokalen am Rudolfskai. Und dann kam der Abschied – kein Abschied für immer, aber eben doch für fast sechs Jahre…

Ich hätte es besser wissen müssen. Ich hätte wasserfeste Schuhe tragen müssen. Oder Gummistiefel. Habe ich aber nicht. Und mit nassen Füßen macht ein Stadtrundgang einfach keinen Spaß. Mein erster Herbst in Salzburg war verregnet – und nein, ich wusste nicht, dass Salzburg für seinen Schnürlregen bekannt ist, dass ein Drittel bis die Hälfte aller Tage im Jahr Regen – Tage sind. Bei meinem Wiedersehen am Wochenende hätte ich es aber wissen müssen, aber die sonnigen Wettervorhersagen haben mich wohl etwas geblendet.

Salzburg Regen

Blick über Salzburg

Salzburg bei Regen

Mein Plan: der Salzach entlang spazieren, zur Festung Hohensalzburg hinaufgehen, einen Abstecher zu den Wasserspielen von Hellbrunn machen. Denn das sind meine Top 3 in Salzburg. Vom Mönchsberg und vom Ufer der Salzach, nahe Müllnersteg, gibt’s den besten Blick auf Salzburg. Und die Wasserspiele sind einfach ein Muss, weil sie Spaß machen, egal, wie alt oder wie jung man ist. Es sind aber auch der Charme der engen Gassen der Altstadt, die Süße der Original Salzburger Mozartkugeln und die Klänge der Straßenmusiker, die es mir angetan haben. Ich mag Salzburg – sogar den barocken Dom, wo ich doch der Romanik- und Gotiktyp bin und mich pausbäckige Engelchen ansonsten in die Flucht schlagen. Ich mag es, an einem warmen Frühlingstag ein Picknick in Leopoldskron zu machen oder einfach am Ufer der Salzach zu sitzen.

Nur eines mag ich an Salzburg nicht: den Regen. Der Regen verwandelt die Stadt: In der Getreidegasse drängt sich Regenschirm an Regenschirm, Gestalten picken an der Häuserfront, um wenigstens ein kleines Fleckchen Kleidung vor dem Regen zu retten und alles will ins Trockene: Museum, Geschäft, Bar, was gerade in der Nähe ist und Schutz vor dem Regen verspricht. Salzburg ist eine teure Stadt und der Regen lockt das Geld aus der Tasche: lieber noch ein Museum besuchen statt ziel- und planlos durch die Stadt zu irren. Schnitzel im Restaurant statt Sandwich im Gehen, Shopping in der Altstadt statt Spaziergang über Kapuziner- und Mönchsberg: Salzburg bei Regen bietet viele Gelegenheiten, viel Geld auszugeben. Doch es ist nicht diese teure Seite des Regens, die ich nicht mag. Der Regen zwingt, wenn man nicht zu den Schlauen mit Gummistiefeln und Regenjacke gehört, ins Trockene. Die Schönheit Salzburgs zeigt sich aber draußen: am Ufer der Salzach, in den Gärten von Mirabell und Hellbrunn, auf dem Mönchsberg und beim Schlendern durch die Altstadt. Hier habe ich mich in Salzburg verliebt, nicht in Mozarts Geburts- und Wohnhaus und auch nicht im Inneren der Residenz, sondern auf den Wegen rund um und durch die Stadt.

Festung Hohensalzburg

Im Visier: Die Festung Hohensalzburg

Domtür Salzburg

Detail der Bronzetür des Salzburger Doms

Wasserspiele Hellbrunn

Wasserspiele in Hellbrunn

Grotte Hellbrunn

Grotte bei den Wasserspielen in Hellbrunn