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Schön, im Nebel zu wandern: Rundwanderung um den Peitlerkofel

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Ich stehe auf der Peitlerscharte und schaue in den Nebel. Leicht ansteigend wirkt er, beinahe gemütlich nach dem steilen Anstieg zur Scharte, der Weg über die grünen Hänge hinauf auf den Peitlerkofel. Der Peitlerkofel will sich heute allerdings nicht zeigen. Viel zu dicht sind Wolken und Nebel. Und doch spüre ich dieses Verlangen in mir, jetzt nicht die geplante Rundwanderung um den Peitlerkofel zu machen, sondern weiter hinaufzusteigen – hinauf auf den Gipfel. Eineinhalb Stunden Gehzeit zeigt der Wegweiser an. Der Hauptgipfel ist nur über einen kurzen Klettersteig zu erreichen, aber wer mit fehlender Trittsicherheit und Schwindel zu kämpfen hat, dem bleibt immer noch der Vorgipfel. Die Tour auf den Peitlerkofel wird deshalb auch als perfekte Einsteigertour angepriesen. Hier kann man quasi testen, ob man einem Mini-Klettersteig gewachsen ist. Ich bin weder schwindelfrei noch besonders trittsicher. Und schwarze Touren oder allgemein Touren, die besonderes technisches Können erfordern, meide ich. Doch in diesem Moment festigt sich in mir der Entschluss, an einem sonnigen Sommertag wiederzukommen. Heute aber steigen wir über einen breiten Almweg ab und nehmen die Rundwanderung um den Peitlerkofel in Angriff.

Das beschwerlichste Stück der Wanderung vom Würzjoch rund um den Peitlerkofel haben wir bereits gemeistert. Über einen etwas steilen, mit Steinen durchsetzten Weg steigen wir zur Scharte empor. Ohne Nebel hätten wir hier eine wunderbare Sicht auf Peitlerkofel, Aferer Geisler, das gesamte Dolomiten-Panorama. Aber mich stört der Nebel nicht. Im Gegenteil: Die mit Nebelschwaden durchzogene Landschaft hat ihren eigenen Reiz.

Schwaigen Almhütten Peitlerkofel

Der Abstieg von der Scharte ist etwas mühsam und nicht sonderlich knieschonend. Wanderstöcke wären auf dem steilen Abstieg über einen Schotterweg hilfreich. Die Landschaft ist nicht mehr die schroffe und steinige des Aufstiegs: In sattem Grün und voller Blumen präsentieren sich die Almwiesen, zahlreiche Holzhütten flankieren den Weg. Hier lässt es sich aushalten. Im Geheimen sehne ich mich ja nach diesem einfachen Leben: nur Wiesen, die Natur und eine kleine Almhütte.

Blumenwiese Peitlerkofel

Der Weg geht in leichtem Auf und Ab weiter – durch bunte Almwiesen, Zirbenwäldchen und vorbei an den immer wieder schönen Alpenrosen. Wir kommen auch an aus Holz geschnitzten Figuren vorbei: an Adlern mit Steigeisen als Krallen, Schnecken mit Hörnern, Holzrädern und Alphörnern, deren Öffnung zum Schutz gegen Regen von einer Pfanne bedeckt sind.

Adler aus Holz

Über weite Almwiesen, lichten Wald und durch ein Felssturzgebiet führt unsere Rundwanderung zurück zum Würzjoch – und jetzt lichten sich auch die Wolken und lassen den imposanten Peitlerkofel erahnen.

Peitlerkofel Wegkreuz

Tipps zur Rundwanderung um dem Peitlerkofel

  • Früh starten: Gerade auf dem ersten Wegstück vom Würzjoch bis zur Peitlerscharte kann es in den Sommermonaten Juli und August etwas eng werden. Beim Peitlerkofel spaltet sich die Menschenmenge: Links führt der Weg auf den Peitlerkofel, abwärts führt die Rundwanderung um der Peitlerkofel weiter und rechts geht’s zur Schlüterhütte.
  • Gegen den Uhrzeigersinn wandern: Der Anstieg zur Peitlerscharte ist steil und etwas unwegsam. Ich wandere solche Wege lieber aufwärts als abwärts. Außerdem hat man dann das beschwerlichste Stück der Wanderung auch gleich zu Beginn schon geschafft.

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