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Prag – Goldene Stadt der hundert Türme

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„Prag lässt nicht los. Dieses Mütterchen hat Krallen.“, meinte Franz Kafka, dessen Literatur die Welt erobert hat und die Moderne prägte. „Die Verwandlung“, „Das Schloss“, „Der Prozess“, viele von uns kennen diese Werke aus Schulzeiten, konnten vielleicht nicht nachvollziehen, warum Kafka zu den ganz Großen der Literatur gehören soll. Ein Mann, der sich in einen Käfer verwandelt? Was soll denn das? Über seine Literatur mögen sich die Geister streiten (mich hat Kafka immer fasziniert), mit einem hatte Kafka, ein Prager Bürgerkind, aber definitiv Recht. Prag lässt nicht los. Und wer einmal dort gewesen ist, möchte wieder dorthin. Warum?

Prag von der Karlsbrücke aus gesehen
Blick von der Karlsbrücke auf die Kleinseite mit Prager Burg

Prag hat so viel zu bieten: Allein die Lage der „goldenen“ Stadt an der Moldau ist märchenhaft. Wer einen ersten Eindruck von der Stadt gewinnen möchte, sollte eine Flussschifffahrt auf der schönen Moldau machen, der Friedrich Smetana im 19. Jahrhundert ein musikalisches Denkmal setzte.

Prag Moldau
Wunderschön – Flussschifffahrt auf der Moldau

Das historische Zentrum gleicht einem Freilichtmuseum. Hier lassen sich auf engstem Raum zahlreiche historische Gebäude und eine unglaubliche architektonische Vielfalt bewundern – Gotik, Barock, Jugendstil, Kubismus. Die Prager Burg, die Karlsbrücke, prächtige Straßenzüge, enge, verwinkelte Gässchen, hundert Türme oder mehr und Kuppeln prägen das Stadtbild, kein Wunder, dass das historische Zentrum zum Weltkulturerbe gehört.

Laurenziberg Prager Altstadt
Blick vom Laurenziberg auf die Prager Altstadt

Tanzendes Haus Bürogebäude Prag
Das tanzende Haus, ein modernes Bürogebäude, tanzt seit 1996

Das Wahrzeichens Prags ist wohl die Karlsbrücke. Stolze 500 m lang und 10 m breit ist die Brücke, deren Bau von Kaiser Karl IV in Auftrag gegeben wurde und heute nach ihm benannt ist. Auf der Brücke tummeln sich zahlreiche Schausteller, Souvenirverkäufer und Musikanten – und natürlich die vielen Besucher, die von der Karlsbrücke aus einen fantastischen Blick auf die Prager Burg und die Prager Kleinseite einfangen. Wer verliebt über die Karlbrücke schreitet, sollte eines nicht vergessen: eine Münze in die Moldau werfen, denn die besiegelt – so heißt es – die ewige Liebe.

Karlsbrücke Pulverturm Prag
Die Karlsbrücke mit dem Pulvertor

Die Prager Burg, die sich stolz auf dem Hradschin, einem Berg in der Prager Innenstadt, erhebt, ist das größte geschlossene Burgareal der Welt und heute offizieller Sitz des tschechischen Staatspräsidenten. Das Areal bietet viele touristische Sehenswürdigkeiten, darunter den St.-Veits-Dom oder den barocken Königspalast sowie das Goldene Gässchen, wo 1917 in Haus Nr. 22 eine Zeitlang Franz Kafka wohnte. Von der Prager Burg aus bietet sich einem auch ein schönes Panorama über die Stadt.

Blick vom Petriturm auf die Prager Burg
Blick vom Petriturm auf die Prager Burg

St.-Veits-Dom
Fassade des St.-Veits-Doms

Haus Nr. 17 Franz Kafka Prag
Haus Nr. 17 im Goldenen Gässchen – Kafkas Zuhause für ein Weilchen

Einer der schönsten Orte Prag ist sicherlich der Altstädter Ring, der große, weite Marktplatz im Zentrum der Prager Altstadt. Hier befinden sich zum Beispiel die gotische Teynkirche, das Jan-Hus-Denkmal oder das Altstädter Rathaus mit der Astronomischen Uhr. Sammelplatz für Einheimische wie Touristen lädt der prächtige und farbenfrohe Platz mit seinen vielen Cafés und Restaurants zum Verweilen ein. Von der Terrasse eines Cafés, in dem wir eine Verschnaufpause einlegen und die Seele baumeln lassen, beobachten wir das Treiben auf dem Platz. Unter den vielen Menschen befinden sich drei charmante Jungs mit „Hug-me“-Schildern, die vorbeigehende Passanten umarmen. Auch wenn ich dieses Umarmen aus anderen Städten kenne, finde ich die Idee immer wieder schön.

Teynkirche am Altstädter Ring
Die Teynkirche am Altstädter Ring

Astronomische Uhr Altstädter Rathaus Prag
Astronomische Uhr am Altstädter Rathaus

Ein weiteres Must eines jeden Prag-Besuchers sollte Josefstadt sein, das einstige jüdische Viertel, das heute vor allem von bürgerlichen Wohnhäusern geprägt ist. In Josefov befinden sich heute noch einige Synagogen, das Jüdische Museum und der Alte Jüdische Friedhof. Auf dem Friedhof, welcher im 15. Jahrhundert angelegt wurde, findet man Grabsteine auf engstem Raum. Der älteste geht auf das Jahr 1439, der jüngste auf 1787 zurück.

Jüdischer Friedhof Prag
Grabsteine auf engstem Raum – Der Alte Jüdische Friedhof

Das Tolle an Prag ist, dass die Stadt, die ca. 1, 2 Millionen Einwohner zählt, recht überschaubar ist und man die meisten Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreichen kann. Eine Alternative dazu sind die malerisch wirkenden roten Straßenbahnzüge oder – wenn es denn sein muss – die U-Bahn.

Straßenbahn Prager Altstadt
Straßenbahn in der Prager Altstadt

Wer aktiv die Stadt kennenlernt, braucht zwischendurch auch eine Pause. Kulinarisch betrachtet kommen Prags Besucher nicht zu kurz. Man muss allerdings wissen, dass die Tschechen mit Vorliebe Fleisch essen, Vegetarier haben es da etwas schwerer. Wir haben uns während unseres Aufenthalts typisches lokales Essen gegönnt wie Kartoffelsuppe, Schweinsbraten mit Knödeln, Kartoffelknödel, Hefe- und Semmelknödel. Sich permanent so deftig zu ernähren und so viel Fleisch zu essen, wäre nichts für mich, aber nachdem ich schon mal an Ort und Stelle war, wollte ich auf nichts verzichten. Tschechisches Nationalgetränk ist natürlich das Pivo, das Bier, das in Tschechien weniger Alkoholgehalt hat als zum Beispiel in Deutschland. Gut zu wissen, oder?

Gulaschsuppe im Brotlaib
Gulaschsuppe im Brotlaib

Prag hat auch ein tolles Nachtleben. Es gibt viele Bars und Clubs, wo Live-Musik gespielt wird. Egal, auf welche Musik man steht, es gibt genügend Orte zum Feiern. Im einen oder anderen Lokal steigen die Barkeeper schon mal auf den Tresen und shaken zu rockigen oder elektronischen Rhythmen.

Hardrock Café
Im Hardrock Café

Hardrock Café
Showdown im Hardrock Café

Ich habe das „goldene“ Prag bisher zweimal besucht. Beide Male habe ich die Metropole als unglaublich vielseitig, farbenprächtig und lebhaft erlebt. Eine richtige Goldgrube, die für jeden etwas bietet. Wie Kafka gesagt hat, Prag lässt einen nicht los. Auch wenn ich bei meinen Reisezielen momentan andere Prioritäten habe – ach, ich möchte die Welt umarmen – Prag ist eine jener Städte, in die ich gerne wieder zurückkehren möchte.

Morgenstimmung Prag
Morgenstimmung in Prag

 

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