Ich wollte mir ja schon seit langem ein Messner Mountain Museum anschauen. Aber wie das so ist mit den Sehenswürdigkeiten, die in der Nähe liegen, verschiebt man deren Besichtigung gerne auf später. Weil man das ja immer noch mal machen kann. Und so ging es mir mit dem Messner Mountain Museum. Letzten Sonntag wollten wir eine Bergtour machen, aber das Wetter war mal wieder nicht so toll. Wenn es schon keine Bergtour sein sollte, dann eben ein Bergmuseum: das MMM Ripa in Bruneck.

MMM Ripa Nirvana Der Weg ins Nirvana

Vielleicht war ja die Wanderung mit Reinhold Messner schuld, dass es für mich jetzt endlich ein MMM sein musste. Ripa setzt sich aus zwei tibetischen Wörtern zusammen: Ri steht für Berg und Pa für Mensch. Das MMM Ripa ist den Bergmenschen in aller Welt gewidmet, den Nomaden und Rastlosen, aber auch den sesshaften Bauern. Da finden sich die Waliser und Südtiroler, aber auch Bergvölker, von denen ich noch nie etwas gehört hatte wie die Swanen in Georgien und andere Völker, deren Namen ich bereits wieder vergessen habe, weil sie mir so fremd sind. Die Rundtour durch die vier Stockwerke gibt Einblick in das Leben der Völker: hier ein tibetisches Festzelt, dort eine traditionelle Tiroler Stube. Ein schmaler, langer Gang führt ins Nirwana, die Treppen hinauf in den Bergfried empfinden den Aufstieg gen Himmel nach. „Lhagyeló. Die Götter seien gnädig“, steht auf der Tür, die ins Freie führt und den Ausblick über Bruneck freigibt.

Bruneck Blick über Bruneck

Die Berge sind nicht nur Ziel und Herausforderung der Gipfelstürmer, nicht nur Rückzugsort der Städter, sondern Lebensraum. Auch das zeigt das MMM Ripa auf: ein Leben in den Bergen, mit den Bergen. Manchmal ein karges Leben, manchmal bringen die Berge, ihr Ruf und ihre Schönheit, den Menschen, die dort leben, den Reichtum.

„Gente di mare“, die Menschen des Meeres, besingt Umberto Tozzi im gleichnamigen Lied. Die Menschen des Meeres lassen sich treiben, ziehen in die Ferne, auch wenn sie nicht wissen, wohin ihre Schritte sie tragen werden. Als Kind wurde ich bei diesen Zeilen immer etwas wehmütig. Ich war zwar keine Gefangene einer Stadt, aber eben auch kein Kind des Meeres, sondern ein Kind der Berge. Nicht nur die Städter, sondern auch die Bewohner der Berge scheinen gebunden: an die Äcker, die es zu bestellen, an das Vieh, das es zu hüten gilt. Und die Nomaden in den Bergen, die umherziehen, tun dies nicht etwa, weil sie dem Ruf der Freiheit, sondern weil sie den Wasserstellen folgen.

Solchen Menschen, den Menschen der Berge, werden keine Lieder gewidmet. Dafür ein Museum.