Während die Medien über das MMM Corones berichten und alles Richtung Kronplatz schaut, fahren wir in das kleine Dorf Sulden. Wir wollen uns ein anderes MMM anschauen: das MMM Ortles. Das Ortles ist das kleinste der sechs MMM, dafür aber das komplexeste, aufwendigste oder intensivste. So genau können wir danach nicht mehr sagen, welches Adjektiv der freundliche Herr an der Kasse gebraucht hat. Das MMM Ortles dreht sich ums Thema Eis – und zeigt in unzähligen Gemälden den Versuch, Eis auf die Leinwand zu bringen.

MMM Das MMM Ortles ist das kleinste der insgesamt sechs Museen.

Im „End der Welt“, unterhalb des Ferner am Ortler, dreht sich natürlich alles um den höchsten Berg Südtirols – und den mit 3.905 Metern einst höchsten Berg der Donaumonarchie. Im MMM Ortles kann man den Eispickel anschauen, mit dem Josef Pichler 1804 die Erstbesteigung des Ortlers glückte. „I bin der Josef Pichler, d’Leut‘ sagen bloß Pseirer Josele, und der Ortler isch mir nit unbekannt. Wenn der Herr will, nocher steig i auffi.“ Offensichtlich wollte er.

Architektonisch soll das MMM Ortles, ein unterirdisch angelegtes Museum, mit seiner zerklüfteten Decke an eine Gletscherspalte erinnern, durch die das Sonnenlicht einfällt. Neben den vielen Gemälden und einigen Eispickeln aus zwei Jahrhunderten beherbergt das MMM Ortles auch die Ausrüstung von Messners Antarktis-Expedition und seiner Mount Everest Besteigung im Alleingang. Im Vergleich zum MMM Firmian ist das Ortles weit weniger spektakulär. Man muss es nicht unbedingt gesehen haben. Wer aber, wie wir, schon eigens nach Sulden fährt, um das MMM Ortles zu sehen, sollte auch noch einen Abstecher zum Flohhäuschen machen. Im Flohhäuschen nahm die Geschichte des Messner Mountain Museums 1993 ihren Anfang. Das Mini-Museum MMM Curiosa beherbergt nur wenige Ausstellungsstücke, doch allein das Flohhäuschen, einst eine einfache Bergsteiger-Unterkunft, lohnt den Abstecher.

Flohhäuschen Sulden Das Flohhäuschen in Sulden beherbergt das MMM Curiosa.