„Jedes Museum ist in sich geschlossen, und doch ist das Ganze mehr als die Summe seiner Teile“, sagt Reinhold Messner. Es ist 21 Uhr, langsam wird es dunkel. Jeden Dienstag im Juli und August finden auf Sigmundskron, dem Zentrum der MMM, die Gespräche am Feuer statt. Und alle strömen herbei: Gäste aus dem Piemont, aus Bayern – und auch der italienische Extrembergsteiger Simone Moro ist hier, um zu hören, was der Südtiroler Bergsteiger und Museumsgründer zu sagen hat. Und Messner nützt den Moment, um sein Projekt, das MMM, zu bewerben: Firmian, das Zentrum, zeigt die Beziehung Berg-Mensch.

Reinhold Messner Gespräche am Feuer Gespräche am Feuer mit Reinhold Messner

Der Berg ist der Ort, wo Religionen entstehen, um den sich Sagen ranken, der Zufluchtsort und Brücke zum Himmel ist. Moses empfängt auf dem Berg Sinai die 10 Gebote, sarkastisch fügt Messner hinzu: natürlich auf einem Berg, wer will es überprüfen? Die Berge sind geheimnisvoll, oft unerreichbar und unerklärlich: Die Menschen erzählen sich Geschichten, Sagen, er-finden Religionen. Auch Messner sitzt heute hier, am Lagerfeuer, um Geschichten zu erzählen: die Geschichte seines Museums, die Geschichte seiner Expeditionen oder irgendeine andere Geschichte, die das Publikum hören will. Gegen Ende des Abends fragt ein kleiner Junge, wie er, Messner, sich gefühlt hat, als er auf dem Mount Everest stand. „Nicht so, wie ihr euch denkt“, ruft Messner in die Menschenreihen. Es ist kalt, es hat minus 40 Grad, es ist stürmisch, die Luft ist dünn. Das Atmen fällt schwer, man schnauft wie ein Hund. „Wir wollten nur wieder runter. Das Gipfelglück stellt sich erst im Tal ein, wenn keine Gefahr mehr droht.“

Zitate eines Abends.

„Wir sind anderen nur zumutbar, wenn wir mit uns selbst allein zurechtkommen.“

„In der Beziehung Natur-Mensch macht immer der Mensch die Fehler. Die Natur macht keine Fehler. Die Natur ist.“

„Ich frage nicht danach, was richtig ist und was falsch, sondern was möglich und was unmöglich ist. Das sind meine Kriterien und daran halte ich fest, bis ich sterbe.“

„Ich bin der Eroberer des Nutzlosen: Ich gehe dahin, wo kein Mensch sein sollte.“

„Ich bin ein Künstler des Verzichts, des Weglassens, des Immer-mehr-Weglassens.“

Bilder eines Abends.

MMM Firmian

MMM Firmian

Kalachakra