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Magisches Island

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Soll ich? Die Reisebeschreibung im Katalog klingt verlockend. Allein der Titel der Aktiv- und Studienreise Krater, Geysire und heiße Quellen lässt mich von einer wilden, spektakulären Landschaft träumen. Island. Insel aus Feuer und Eis. Schon seit Jahren will ich dorthin. Ich zögere. Überlege. Schließlich kostet die Reise ein hübsches Sümmchen. Island? Auf eine Insel verreisen, wo es selbst im Sommer kalt ist?, meinen einige meiner Freunde, aber die kühlen Durchschnittstemperaturen von ca. 13°C im August schrecken mich nicht. Nachdem meine Reise nach Marokko im Februar krankheitsbedingt ins Wasser gefallen ist, will ich mir was gönnen. Mich ein bisschen verwöhnen. Also lasse ich mich darauf ein. Zwei Wochen Island. Zwei Wochen Erleben pur.

Grábrók-Krater Aussicht vom Grábrók-Krater

Reykjadalur Heiße Quelle im Reykjadalur

Geysir Strokkur Der Geysir Strokkur

Am 6. August ist es soweit. Ich mache mich mit einem großen Koffer auf den Weg nach München. Kein Wunder, dass ich dieses Mal gerade so unter den erlaubten 23 Kilo Freigepäck bleibe. Von Bikini über Wanderoutfit und Hotelkleidung bis hin zur dicken Daunenjacke ist alles dabei. Sogar ein paar T-Shirts habe ich eingepackt. Und ein Kleid (wer weiß?), das ich allerdings nie tragen werde, obwohl wir ein unglaubliches Glück mit dem Wetter haben, denn nass werden wir fast nie.

Island Der Wettergott meint es gut mit uns

Der Nachtflug nach Reykjavík ist angenehm. Bei Ankunft bin ich überrascht über die vielen Leute am Flughafen, obwohl ich weiß, dass die meisten Touristen in den Sommermonaten die Insel besuchen. Am Morgen treffe ich im Hotel auf meine Gruppe: Wir sind 18 Island-Interessierte. Für die meisten ist es das erste Mal auf der Insel. Die Reiseteilnehmer sind bunt gemischt, die jüngste Teilnehmerin ist 19, der älteste Teilnehmer 78. Und dann geht es los. Die Koffer verstaut, setzt sich der Bus in Bewegung. Wir reisen mit einem aus Deutschland importierten, aber für die isländischen Straßen- und Pistenverhältnisse umfunktionierten Bus. Unser Fahrer, Hárald, bringt uns während der Reise sicher an unsere Ziele – egal ob wir auf der asphaltierten Ringstraße unterwegs sind oder auf holprigen Hochlandpisten, wo wir manchmal ordentlich durchgerüttelt werden, zum Beispiel beim Durchqueren vieler Flüsse. Und Jón, unser isländischer Reiseleiter, erzählt von seinem Land, das er in- und auswendig zu kennen scheint. Er füttert uns mit interessanten Informationen aus Geschichte, Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Bildung, Kultur und natürlich Geologie.

Unterwegs mit dem Bus in Island Unser Bus …

Astronautenpiste … mit dem wir auch über die “Astronautenpiste” in das Zentrum des isländischen Hochlandes fahren …

Flußüberquerung Island … und Flüsse wie diesen überqueren

Das Programm unserer Reise ist vielfältig und abwechslungsreich genauso wie Islands Landschaft, die sich permanent verändert. Zurückzuführen ist das auf 30 noch aktive Vulkane, die die Oberfläche Islands und die geologische Struktur ständig verändern.
Zu Beginn unserer 12-tägigen Rundfahrt besuchen wir das neueste geothermische Kraftwerk Hellisheiði. Eines gibt es in  Island nämlich im Überfluss: Energie. Die Versorgung des Landes wird quasi vollständig durch Wasserkraft und Geothermie gedeckt.

Geothermalwerk Hellisheiði Auf dem Gelände des 2008 erbauten Geothermalwerks Hellisheiði

Es vergeht kaum ein Tag, an dem wir nicht mächtige Wasserfälle wie den Gullfoss, den Godafoss und den Seljalandsfoss bestaunen. Besonders toll finde ich den Svartifoss, dessen Wasser über schwarze Basaltsäulen, die ein bisschen an Orgelpfeifen erinnern, in die Tiefe stürzt und den Aldeyjarfoss, den wir nach einer stundenlangen Fahrt durch die Sprengisandur, eine weitgehend vegetationslose, graue und steinige Hochlandebene, erreichen.

Svartifoss Wegen seiner schwarzen Basaltsäulen Svartifoss (Schwarzer Wasserfall) genannt

Aldeyjarfoss Auch der Aldeyjarfoss ist von imposanten Basaltsäulen umgeben

Sprengisandur In der Sprengisandur

Die Wanderungen, die wir unternehmen, gefallen mir alle, weil sie sehr abwechslungsreich sind: Im Reykjadalur finde ich die die heißen Quellen und Solfatare interessant sowie die natürliche heiße Quelle, in der Isländer wie Touristen bei ca. 40°C baden. Hinweisschilder warnen an einigen Stellen vor der Gefahr, die von den 100°C heißen Quellen ausgehen.

Reykjadalur Heiße Quellen im Reykjadalur

Heiße Quellen Island Entspannen beim Bad in einer natürlichen Quelle

Faszinierend ist die Wanderung im Skaftafell-Nationalpark, wo sich uns ein fantastischer Ausblick auf die Gletscherlandschaft bietet und wir unmittelbar neben einer Gletscherzunge unsere Mittagspause machen.

Skaftafjell Nationalpark Wandern im Skaftafjell-Nationalpark

Gletscherzunge Island Mittagspause bei der Gletscherzunge …

Gletschersee … und dem kleinen Gletschersee

Wunderschön ist die Wanderung in Landmannalaugar, wo wir über schwarze Obsidianlava und buntes Liparitgestein wandern und uns am Nachmittag in einer natürlichen heißen Quelle – müde wie wir vom Gehen sind –  entspannen.

Vulkanlandschaft Island Bizarre Lavaformationen

Liparitberg Landmannalaugur Liparitberg in Landmannalaugur

Herausfordernd ist unser Aufenthalt beim Vulkan Askja, wo wir im Schnee durch die riesige Caldera zum Öskjuvatn, dem Kratersee, und zu dem Explosionskrater Viti wandern und mit unglaublich starken Windböen kämpfen, die uns fast umstoßen. Aber auch die Wanderung durch die bizarre Canyonlandschaft am Dettifoss oder die entspannende Wanderung am Lachsfluss sind schön.

Viti Öskjuvatn In der riesigen Caldera – Viti und der Öskjuvatn

Canyon Island Canyonlandschaft

Abgesehen von den Wanderungen bietet die Reise sonst auch noch viel: Wir unternehmen eine Bootsfahrt auf dem Gletschersee Jökulsárlón am Südrand des Vatnajökull, in der der mächtige Gletscher zahlreiche Eisberge kalbt und wo sich Seelöwen herumtummeln, sehen auf der Walbeobachtung in Húsavik Zwerg- und Buckelwale, besuchen bei stürmischem Island-Wetter den schwarzen Strand von Vík und beobachten dort die niedlichen Papageitaucher, erfahren im Nationalpark  Þingvellir über die Gründung des ältesten Parlaments der Welt und sehen in der Allmännerschlucht das Ergebnis des Auseinanderdriftens der Kontinentalplatten und und und.

Gletscherlagune Jökulsárlón Die Gletscherlagune Jökulsárlón

Zwergwal Zwergwal gesichtet!

Vik Papageitaucher beim Strand von Vik

Nationalpark Þingvellir Im Nationalpark Þingvellir

Allmännerschlucht Þingvellir Die Allmännerschlucht in Þingvellir – im weiteren Sinne die Grenze zwischen Europa und Amerika

Die Hotels auf der Rundreise sind gut, ebenso das Essen. Ehrlich gesagt hätte ich mir noch mehr Fisch auf den Teller gewünscht, aber auch das Lamm, das es beinahe täglich in verschiedenen Variationen gibt und sehr typisch für Island ist, schmeckt mir sehr gut. Ein paar Besonderheiten der isländischen Küche probiere ich schließlich auch: fermentierten Hai, Schafskopfsülze, getrockneten Stockfisch und geräuchertes Lammfleisch. Das Lammfleisch schmeckt, auf den hákarl, den Hai, kann ich in Zukunft aber gerne verzichten.

Fosshótel Núpar Eines von vielen Hotels auf unserer Reise: das Fosshótel Núpar – außen ungewohnt, innen von subtiler Eleganz

Die Rundreise vergeht viel zu schnell und die 12 Tage sind im Nu rum. Leider. Ich habe Feuer gefangen und möchte noch gerne bleiben. Zum Abschluss geht die Gruppe in Reykjavík noch im „Skólabrú“ essen. Es hat gut geklappt mit uns allen. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden, viel gelacht. Und deshalb fällt der Abschied auch nicht so leicht. Jetzt geht es bald wieder nach Hause. In die gewohnte Umgebung, in den Alltag, was irgendwie auch gut ist, aber ein kleines bisschen Wehmut bleibt. Einige von der Gruppe hängen noch ein paar Tage in Reykjavík an. Einen Überblick über die Hauptstadt Islands bekomme ich am letzten Tag, als ich mit Werner, Ulrike, Olivia und Linda, einer Münchner Familie, durch die Innenstadt schlendere. Doch darüber an anderer Stelle mehr.

Harpa Reykjavik Die Harpa, das neue Konzertgebäude in Reykjavik

Als ich noch unschlüssig war, ob ich nach Island fahren sollte, hat mir eine Italo-Finnin von der Magie Islands erzählt und welch bleibenden Eindruck das Land bei ihr hinterlassen hat. Nach den zwei Wochen in Island kann ich behaupten, dass das Land wunderschön ist und tatsächlich Charme und Magie versprüht. Dort habe ich mich sehr wohl gefühlt, dort möchte ich einmal wieder zurück. Zu tun gäbe es viel: Zum Beispiel einmal in vier Tagen von Landmannalaugar nach Þórsmörk wandern, eine Gletscherwanderung machen, im Winter mit ein bisschen Glück die Aurora borealis sehen, beim Winter-Licht-Festival in Reykjavík mit dabei sein und ganz oft in einem „Hot Pot“ entspannen.

Ja, ich will zurück nach Island. Am Besten möglichst bald.

6 COMMENTS

  1. Als Mitreisender, kann ich die geschilderten Erlebnisse nur bestätigen. Super Blog und ein sehr net geschriebener Bericht. Es war ein tolle Reise, Island wird mich sicherlich wiedersehen!

    andreas

  2. Wow, wirklich tolle Fotos von einer tollen Insel! Ich war leider noch nie auf Island. Bei diesen Fotos fängts mir aber direkt an in den Fingern zu jucken. :-)

    Herzlich
    Anna

    • Hallo Anna! Ja, Island ist eine wunderschöne Insel. Ich würde sofort wieder hinfahren und wünsche dir, dass du vielleicht schon bald die Schönheit der Insel entdecken kannst. Liebe Grüße Kathrin

  3. Wie schön <3 Island ist eines meiner drei Wunschziele für das nächste Jahr. Ich überlege auch immer wieder ob ich eine dieser drei Destinationen zusammen mit einer Reisegruppe besuche und da kam mir dein Beitrag gerade sehr recht – die Erfahrungen zählen ja letztes Jahr genauso wie nächstes Jahr. Danke für die tollen Bilder und die Stimmung :) Liebe Grüße, Ella von Ella Happylicious

    • Hallo Ella! Die Reise nach Island war fantastisch, und die Entscheidung mit einer Reisegruppe zu fahren, habe ich nie bereut. Ich hoffe, dass dein Wunsch in Erfüllung geht und du Island entdecken wirst. Mich fasziniert Island unglaublich!

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