Die Reise in die Karibik, genauer gesagt in die Dominikanische Republik, ist gebucht. Was soll ich unternehmen? Welche Strände soll ich mir anschauen? Was sind die Must-Dos in Punta Cana? Diese Fragen stelle ich nicht nur mir, sondern auch einer Bekannten, die schon die halbe Welt bereist hat und für die auch Punta Cana kein blinder Fleck ist. „Nichts“, ist ihre kurze, aber klare Antwort. Wie, nichts? Ich könne am Strand liegen. Zehn Tage lang? „Das schaffst du schon.“ Ich bin skeptisch, Sonnenanbeterin bin ich keine. Doch einen Tipp hat sie dann doch für mich: Auf keinen Fall den Ausflug mit dem Glasboot mitmachen. Es bringt auch nichts, Brot mitzunehmen, weil man doch keine Fische sieht.

Weißer Sandstrand auf der Dominikanischen Republik

Kilometerlanger Sandstrand, kristallklares Wasser und sonst nichts?

Den Ausflug mit dem Glasboot spare ich mir. Ansonsten mache ich so ziemlich alles mit, was die Strandverkäufer anbieten. Da gibt es diesen Buggyausflug, der nur bedingt empfehlenswert ist. Was mich aber begeistert, sind die einheimischen Kinder, die am Straßenrand stehen, um die Fahrer abzuklatschen. Immer wieder bin ich fasziniert, wie Menschen, die wenig haben, so glücklich und zufrieden sind. Eine Zufriedenheit, von der andere, die weit mehr haben, nur träumen können.

Begeistert bin ich vom Speedbootfahren. Ich liebe ja Boote und das Gefühl von Freiheit, das ich draußen auf den Wogen des Meeres empfinde. Und den Speed liebe ich natürlich auch. Das Motorboot fährt nicht, nein, es fliegt geradezu über die Wellen hinweg. Das Meerwasser spritzt und schäumt und ich muss mich ordentlich festhalten, damit ich auch ja im Motorboot bleibe. Nach diesen actionreichen Ausflügen bin ich bereit für das klassische Strandprogramm inklusive langer Strandspaziergänge, Badeabstecher im atlantischen Ozean und Kokusnussschlürfen.

Sonnenaufgang in Punta Cana

Sonnenaufgang in Punta Cana

Die Animationsangebote des Resorts spare ich mir: Das Gut-drauf-sein-auf-Kommando ist nichts für mich. Von Anfang an stand ich der Idee, einen All-Inclusive-Urlaub zu machen skeptisch gegenüber. Denn all das, was ich damit verbinde, passt nicht zu mir: Massenabfertigung, Halligalli, Saufen. Ein bisschen vermisse ich sie schon, die kleinen Restaurants, die typische Gerichte anbieten, das Leben abseits des Resorts. Denn auch auf den Ausflügen lernt man diese Seite der Dominikanischen Republik nur wenig kennen. Und das, was ich erfahre, schnappe ich mehr nebenbei auf: dass viele Dominikaner tiefkatholisch sind, dass es Spannungen mit Haiti gibt, dass Frauen hier sehr früh, sehr viele Kinder bekommen und dass Mamajuana hier als Allheilmittel und Aphrodisiakum gilt. Mamajuana, das ist Rum gemischt mit Kräutern, Honig und anderen Zutaten. Auch ich bekomme Mamajuana zum Kauf angeboten, ich greife dann aber doch lieber zu Kakao und Kokusnuss. Als Mitbringsel für zuhause gibt es außerdem geschnitzte Figuren, Bilder und natürlich handgedrehte Zigarren und den Nationalstein Larimar. Doch nicht von mir erhoffen sich die einheimischen Standbetreiber ein gutes Geschäft, sondern von meiner männlichen Begleitung. Bei den Dominikanern haben wohl die Männer das Geld in der Tasche. Mit den Worten „Nur looki, looki“ werden wir von Standbetreiber zu Standbetreiber weitergeführt. Jeder von ihnen scheint zu hoffen, mit uns das Geschäft des Tages zu machen. Doch ein Geschäft mit uns machen nur die Touranbieter: Nach Buggy-, Speedbootfahren und Entspannen am Strand zieht es uns nun auf die Insel Saona. Piratenfans wie mir ist die Insel als einer der Drehorte von Fluch der Karibik bekannt. Doch wie ein Fluch wirkt die Insel nicht, im Gegenteil: Heller, kilometerlanger Sandstrand, Palmen und kristallklares Wasser zeichnen diese Trauminsel aus.

Insel Saona

Fluch-der-Karibik-Feeling auf der Insel Saona

Traumhaft schön ist auch die Halbinsel Samaná. Die Menschen hier leben in kleinen Hütten, meist ohne Strom, aber auch sie wirken nicht unglücklich, im Gegenteil. Es scheint das einfache Leben zu sein, das Zufriedenheit bringt.

Hütte auf Samaná

Einfache Behausung auf der Halbinsel Samaná

Für uns geht’s per Pferd durch den Regenwald. Mein erster Ritt auf einem Pferd hat es in sich: Es geht steil bergauf, dann wieder bergab. Der Boden ist matschig und holprig. Verkrampft halte ich mich fest, während eine Einheimische das Pferd durch den Regenwald führt. Ziel ist der Wasserfall El Limon, der höchste Wasserfall der Insel.

El Limon

El Limon

Nächster Stopp auf der Samaná-Tour ist die Bacardi Insel, Revier zahlreicher Pelikane. Bekannt ist die Insel vor allem aus der Bacardi Rum Werbung. Hier spüre ich die Massenabfertigung. Das karibische Lebensgefühl, das Bacardi-Feeling, packt mich nicht. Die Insel ist in kleine Strandabschnitte unterteilt, die den einzelnen Tourveranstaltern zugeordnet ist, die Bewegungsfreiheit dementsprechend stark eingeschränkt. Nur die Pelikane, die in den Lüften kreisen, um dann blitzschnell ins Wasser einzutauchen und ihre Beute zu schnappen, ziehen mich in ihren Bann.

Pelikan auf Bacardi Island

Pelikan auf Bacardi Island

So elegant wie ein Pelikan durch die Lüfte gleiten? Das klappt mit Boot und Fallschirm zwar nicht ganz so gut, aber doch: Parasailing steht auf unserem Programm – ein nasses Unterfangen, zumal uns der Bootsfahrer bewusst ins Wasser klatschen lässt. Freiwillig gehe ich zum Schnorcheln ins Wasser, um mir die bunten Fische und das Riff vor der Insel Catalina anzuschauen. Die Insel Catalina mag ich sehr: Das Wasser ist glasklar und das Meer ruhig. Hier lässt sich’s aushalten. Doch während ich noch das Wasser und die Wärme genieße, naht der Aufbruch.

Natürlich kann man auf Punta Cana zehn Tage in der Sonne liegen und Cocktails schlürfen. Man kann aber auch vom Liegestuhl aufstehen und sich was ansehen …

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Dominikanische Republik

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