Mein Blick fällt auf schneebedeckte Berggipfel. Ich atme die Weite und Einsamkeit der Ak-Sai Hochebene ein und genieße das einfache Nomadenleben. Für einen Tag und eine Nacht ist die Jurte am Fluss meine Behausung. Auf all die Annehmlichkeiten, die daheim selbstverständlich sind, kann ich hier genauso selbstverständlich verzichten: Fernseher und WLAN, eine Toilette und Fließendwasser. Das Bett und das Stromaggregat sind Zugeständnisse an die wenigen Touristen, die es hierher zieht.

Als ich in der Früh die Filzplane vor dem Eingang zurückschlage, atme ich die frische Morgenluft ein. Die Nebelschwaden vom Vorabend haben sich verzogen und der Himmel präsentiert sich in seinem schönsten Blau. Vom Kamin der Jurte steigt leichter Rauch auf, auf den Weiden grasen die Yaks und in einer Senke hinter einem Felszacken liegt der Grund, warum es mich in diese abgelegene Hochfläche in Kirgistan verschlagen hat: der Bergsee Kol-Suu.

Meine Liebe zu Bergseen hat mich auf die Ak-Sai Hochebene geführt, doch es ist nicht der Bergsee allein, der diesen Tag so besonders, so unvergesslich für mich macht. Ich liebe alles am Ak-Sai Tal: die majestätischen Bergspitzen, die grünen Weiden, die einfache Schönheit der Jurte. Das Leben im Hier und Jetzt. Die Ak-Sai Hochebene ist mein Naturparadies – und der Ort, zu dem ich irgendwann zurückkehren möchte.

Der Artikel nimmt an der Blogparade „Dein schönstes Reisefoto 2015“ von Fernsuchtblog.de teil.