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Buchara, die Zwischendrin-Stadt?

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Chiwa ist die märchenhafte Oasenstadt, Samarkand erinnert an 1.001 Nacht und Buchara? Buchara scheint ein bisschen die Stadt mittendrin zu sein. Usbekistan-Reisende schwärmen von Chiwa, den Lehmbauten und der Festungsmauer. Samarkand mag ihnen zu laut sein, aber einmal im Leben den Registan sehen, die blauen und türkisen Kuppeln von Gur Emir und Bibi Xanom, das ist einfach ein besonderer Moment. Buchara gerät ins Abseits. Völlig zu unrecht, wie ich finde.

Labi Hauz Startpunkt unseres Rundgangs durch die schöne Altstadt: Labi Hauz

Buchara ist für viele die Zwischendrin-Stadt – und das gleich in dreierlei Hinsicht: Die Reise durch Usbekistan startet in Chiwa oder in Samarkand, Buchara ist meist die zweite Station der Tour entlang der Seidenstraße. Und wem angesichts des prunkvollen Registans oder in den Gässchen von Chiwa der Atem stockt, lässt sich in Stadt Nr. 2 weniger leicht begeistern. So liegt Buchara, auch was die Begeisterung für usbekische Städte angeht, mittendrin – oder manchmal sogar abgeschlagen auf den letzten Platz. Und auch was die Größe der Stadt angeht, sichert sich die Stadt die Mittelstellung zwischen Chiwa und Samarkand.

Altstadt Buchara Mehr als nur Mittelmaß

Vor meiner Reise hatte ich von Buchara kaum Vorstellungen. Ich träumte vom Registan, sah mich durch die kleinen Gässchen Chiwas schlendern – Buchara nahm ich quasi mit, weil es auf dem Weg lag. Dabei war für mich gerade diese Stadt entlang der Seidenstraße die schönste Überraschung, weil ich mir kein Bild gemacht hatte und weil ich ohne große Erwartungen in Buchara ankam.

Vielleicht liegt der Zauber der Stadt gerade im Zwischendrin. Buxoro, wie die Stadt auf Usbekisch genannt wird, ist kein Freiluft-Museum wie Chiwa, im Stadtzentrum tummeln sich nicht nur Händler, sondern auch Einheimische. Buchara ist eine belebte Stadt, aber ohne die Hektik und die Kontrolle, wie wir sie in Samarkand erleben. Eine entspannte Stadt, die mit zahlreichen Moscheen und Medresen aufwartet, die in Fußnähe liegen. Mich bezaubert die Ulug’Bek Medrese mindestens genauso wie die gegenüberliegende – und im Reiseführer weitaus mehr angepriesene – Abdulasiz Chan Medrese. Ich mag das kleine und in seiner Nüchternheit doch so schöne Samaniden-Mausoleum, schlendere unter dem Mützenmacher-Gewölbe hindurch und über den Platz, der von Kalon Moschee und Miri-Arab-Medrese eingefasst wird.

Samaniden Mausoleum Kleinod aus dem 10. Jahrhundert: Das Samaniden-Mausoleum

Mützenmacher Gewölbe Das Mützenmacher-Gewölbe

Am Abend, wenn die Sonne untergeht, genieße ich die Ruhe auf dem Platz und gebe mich dem Farbspiel am Himmel hin. Ich mag Buchara, die Farben der Kuppeln, das Licht bei Sonnenuntergang, die Geschichte rund um den usbekischen Till Eulenspiegel, Hodscha Nasreddin, der in Form einer Statue verewigt ist.

Buchara: Die schönste Überraschung entlang der Seidenstraße

Ulug'Bek und Abdulasiz Chan Medrese in Buchara Ulug’Bek und Abdulasiz Chan Medrese

Sonnenuntergang Buchara Auf dem Weg zu Kalon Moschee und Minarett

Miri-Arab Medrese und Kalon Moschee Buchara Vom Gefühl, mittendrin zu sein: Zwischen Miri-Arab Medrese, Kalon Minarett und Kalon Moschee

Abendrot Buchara Himmel über Buxoro

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