Manche Wege gehe ich um des Gehens willen. Andere, um anzukommen. Auf die Schneeschuhwanderung zum Strudelkopf trifft beides zu. Der Weg ist ebenso schön und aussichtsreich wie das Ziel selbst.

Bei der Plätzwiese schnallen wir uns unsere Schneeschuhe an und machen uns auf den Weg Richtung Strudelkopf. Doch ich komme nicht weit, dann muss ich innehalten. Der Schnee funkelt und glitzert in der Sonne, mal orange und rot, mal blau und grün, als wäre er mit Tausenden Diamanten übersät. Und über allem erhebt sich die Hohe Gaisl. „Hier bin ich“, scheint uns der Winter zuzurufen. Der Winter, auf den ich so lange gewartet habe, präsentiert sich jetzt märchenhaft in Schneeweiß und Himmelblau.

Auf dem Weg zum Strudelkopf: Hohe Gaisl

Andere Wanderer, mit und ohne Schneeschuhe, ziehen an uns vorbei, während mein Blick über die weiße Almfläche, die urigen Schupfen und das Bergpanorama schweift. Schnell kommen wir so natürlich nicht weiter. Nicht die Uhr, sondern die Landschaft gibt das Tempo vor.

Wir wandern oberhalb der Dürrensteinhütte weiter und kommen zur Abzweigung zum Dürrenstein, die wir allerdings links liegen lassen. Leicht ansteigend geht es weiter auf den Strudelkopfsattel und abwärts durch den Schnee zu einer Ruine. Es handelt sich hier um die Bergstation einer ehemaligen Materialseilbahn aus dem Ersten Weltkrieg: Der Strudelkopf war im Ersten Weltkrieg ein strategisch wichtiger Punkt zur Absicherung des Höhlensteintals und des Altpragser Tals, die Plätzwiese umkämpftes Gebiet.

Für uns führt der Weg hinauf auf den Strudelkopf mit seinem unglaublichen Ausblick auf die Drei Zinnen, das Cristallomassiv, die Tofanen, auf Hohe Gaisl und Dürrenstein. So schön ist es hier, dass ich gar nicht mehr weg will. Die Tour ist die optimale Winter-Einsteiger-Tour: Mit dem Auto geht’s bequem auf 2.000 Meter, die Schneeschuhwanderung auf den Strudelkopf ist nicht übermäßig lang oder steil und auch was die Höhenmeter angeht, gibt es weit anspruchsvollere Touren. Was aber die Aussicht betrifft, kann kaum eine Schneeschuhtour mit dem Strudelkopf mithalten.

Strudelkopf

Schneeschuhwanderung Strudelkopf mit Drei Zinnen Blick

Auf dem Strudelkopf

Der Rückweg führt uns wieder zurück zum Kriegsdenkmal. Jetzt wählen wir aber die Abzweigung, die uns links hinab führt. Anfangs geht es noch über offenes Gelände, bald aber in den Wald hinein. Der Weg ist an manchen Stellen vereist, sonnige Abschnitte sind schneefrei. Wenn ich das gewusst hätte, wäre ich wieder über den Aufstiegsweg zur Dürrensteinhütte abgestiegen.

Auf der Dürrensteinhütte ist dann die Mittagspause fällig. Besonders empfehlenswert sind hier die Pressknödel (Käseknödel, die auf beiden Seiten angebraten werden).

Danach geht es über den breiten Fahrweg, jetzt ohne Schneeschuhe, zurück zum Parkplatz.

Schupfe bei der Plätzwiese

Die Tour zum Strudelkopf im Detail:

Kennzahlen der Tour: 8 Kilometer, 350 Höhenmeter, 3,5 Stunden

Schwierigkeit: leicht-mittel

Einkehrmöglichkeiten: Berggasthof Plätzwiese, Dürrensteinhütte

Sehenswürdigkeiten in der Nähe: Pragser Wildsee mit Seekofel

Die Tour ist auch als Winterwanderung (ohne Schneeschuhe) möglich. Im Sommer kann man die Wanderung auf den Strudelkopf mit einer Gipfeltour auf den Dürrenstein verbinden. Im Winter ist eine solche Tour nur erfahrenen Bergsteigern mit entsprechender Ausrüstung zu empfehlen. Beide Ziele (Strudelkopf und Dürrenstein) sind auch als Sonnenaufgangstour sehr beliebt.

Anfahrt und Parkplatz: Die Auffahrt zur Plätzwiese ist nur vor 10.00 Uhr möglich. Deshalb besser früh starten. Winterreifen und je nach Straßenverhältnissen auch Schneeketten sind Pflicht. Alternativ kann man das Auto auch in Brückele parken und mit dem Shuttlebus zur Plätzwiese fahren. Die günstigere und praktischere Alternative ist die Anfahrt mit dem eigenen Auto. Achtung: Die Straße von Brückele zur Plätzwiese kann teilweise vereist und schneebedeckt sein.

Für die Anfahrt ins Pragser Tal genügend Zeit einplanen. Die Pustertaler Staatsstraße ist besonders an Wochenenden durch den An- und Abreiseverkehr häufig überlastet.

Die schönsten Foto-Spots: Auf der gesamten Runde locken immer wieder tolle Fotospots. Besonders beeindruckend präsentiert sich die Hohe Gaisl. Auf dem Studelkopf grüßt ein 360°-Panorama mit den Drei Zinnen, der Hohen Gaisl und dem Dürrenstein. Auf dem Fahrweg zwischen Dürrensteinhütte und Plätzwiese sind die vielen kleinen Schupfen einen Fotostopp wert: Sie sind einfach zu idyllisch, als dass man sie links liegen lassen könnte.