Eines meiner liebsten Wanderziele in Südtirol ist der Schlern.

Schlern, Symbolberg Südtirols

Warum?

Weil er einfach ein Hingucker ist: egal, ob morgens oder abends, ob unter strahlend blauem Himmel oder wolkenverhangen, ob an einem Wintertag oder im Sommer.

Schlern im Winter

Und das Beste?

Von weitem mag er unnahbar wirken, dabei können auch Wanderer wie ich (mit etwas Kondition, aber ohne Klettererfahrung) auf den Schlern wandern.

Wege auf den Schlern

Alle Wege führen nach Rom – und viele auf den Schlern.

Wege auf den Schlern

Die einfachste und wohl daher auch beliebteste Variante führt über den Touristensteig von der Seiser Alm zum Schlernhaus. Wer von der Seiser Alm aus starten will, kann das auch bei einer Wanderung über das Tierser Alpl zum Schlernhaus tun.

Zu diesen Wandertouren gesellen sich die Aufstiege von Völs am Schlern über den Prügelweg (auch Knüppelweg genannt) oder der steile Anstieg über den Schäufelesteig. Die Tour über den Prügelweg kann man auch von Völser Aicha aus in Angriff nehmen. Von Ums, einem Ortsteil von Völs, können absolut trittsichere, schwindelfreie und bergerfahrende Bergsteiger über Tschafon, Hammerwand und Tschafatschsattel auf den Schlern wandern.

Wer von Tiers am Rosengarten (Startpunkt: Weißlahnbad) eine Bergtour auf den Schlern und eventuell auf den Petz, die höchste Erhebung des Schlern, machen will, kann das über das Bärenloch oder die Bärenfalle tun.

Auch von Seis aus führen Wanderwege auf den Schlern: über Bad Ratzes und Prossliner Schwaige zur Saltner Hütte und weiter auf dem Touristensteig zu den Schlernhäusern. Und schließlich gibt es noch den Gamssteig: Von Seis geht es über Bad Ratzes (Geologensteig) zur Schlernbödele Hütte. Über den Gamssteig geht es dann auf den Schlern. Seinen Namen hat der Gamssteig allerdings nicht von ungefähr.

Dieses Panorama erwartet den Wanderer auf seiner Wanderung auf den Schlern.

Alle anderen Touren auf den Schlern sind nur mit einer Übernachtung in einer Schutzhütte zu empfehlen. Eine sehr lange, aber wunderschöne Tour bildet die Wanderung von Saltria über die Plattkofelhütte und über die Schneid zum Tierser Alpl und weiter zum Schlernhaus. Auch Hüttentouren über das Durontal oder über Antermoia sind denkbar.

Von der Seiser Alm über das Tierser Alpl zum Schlernhaus

Meine Lieblingstour auf den Schlern führt über das Tierser Alpl zum Schlernhaus. Ich liebe das Profil des Schlern, das mich auf der Wanderung begleitet. Aber auch die Dolomitengipfel Langkofel, Plattkofel und Rosengarten kann ich hier bestaunen.

Die Wanderung starte ich bei der Bergstation der Seiser Alm Seilbahn. (Tipp: Um 8.00 Uhr auf die Seiser Alm starten, damit ihr den Tag auch voll auskosten könnt.) Der erste Teil der Strecke bis zum Alpenhotel Panorama führt auf einer geteerten Straße entlang. Oberhalb von Panorama beginnt die landschaftlich reizvolle Strecke. Hier, beim Ladinser Moos, muss auch gleich der erste Fotostopp sein: Der Schlern präsentiert sich in der Morgensonne. Es geht auf den Fuß der Rosszähne zu, wo Serpentinen zur Rosszahnscharte hinaufführen. Der Anstieg ist zwar kurz, dafür steil. Umso mehr freue ich mich, als ich oben ankomme und die Aussicht über die Seiser Alm genießen kann. Nun führt der Weg leicht abwärts zum Tierser Alpl mit seinem unverkennbaren roten Ziegeldach.

Wandern auf den Schlern

Blickfang Schlern

Über das Tierser Alpl auf den Schlern wandern

Kurzer, aber steiler Anstieg zur Rosszahnscharte

Unterhalb der Roterdspitze führt der Weg zuerst beinahe eben weiter, dann folgt aber der steile Anstieg auf das Schlernplateau. Sobald dieses erreicht ist, geht es ohne nennenswerte Höhenunterschiede weiter zum Schlernhaus. Hier kann ich den Blick über das grüne Weideland genießen. Obwohl beim Schlernhaus die Einkehr lockt, steige ich noch auf den Petz. Der Petz (auch Monte Pez) ist mit 2.563 Metern die höchste Erhebung des Schlernmassivs, hier oben steht das lang ersehnte Gipfelkreuz.

Wanderweg unter der Roterdspitze

Unterhalb der Roterdspitze führt der Wanderweg vom Tierser Alpl Richtung Schlernhaus.

Petz, die höchste Erhebung des Schlern

Aussicht vom Petz

Nach einer Einkehr im Schlernhaus, die nun unbedingt sein muss, geht es für mich über den Touristensteig (Mark. 1) zurück auf die Seiser Alm. Der Weg ist zum Teil von Felsen durchsetzt und der Abstieg geht doch etwas in die Knie. Nach der Brücke über den Frötschbach ist der steile Abstieg geschafft, der Rückweg nach Compatsch zieht sich aber. Ein paar leichte Anstiege sind noch zu bewältigen. Meinen Blick lasse ich wieder und wieder über die liebliche Almlandschaft und die typischen Almhütten und Schwaigen streifen.

Typische Schupfen auf der Seiser Alm

Liebliche Almlandschaft

Die Tour im Detail
Kennzahlen der Tour: 23 Kilometer, 1.250 Höhenmeter, 8 h
Einkehrmöglichkeiten: Tierser Alpl, Schlernhaus, Saltner Schwaige Tschapit
Die schönsten Fotospots: Ladinser Moos mit Schlern, Blick von der Rosszahnscharte, Roterdspitze, Blick vom Petz, Seiser Alm mit den typischen Schwaigen
Beste Zeit: von Mitte Juni bis Anfang Oktober, je nach Wetterverhältnissen. Am besten auch auf die Öffnungszeit der Hütten achten.
Rundwanderung in der Umgebung: Wandertour um Langkofel und Plattkofel

Von Völs über den Prügelweg auf den Schlern

Wenn schon, denn schon, denke ich mir und starte die Wanderung nicht etwa beim Völser Weiher, sondern direkt im Ortszentrum von Völs. Über Obervöls wandere ich zum Völser Weiher und über den etwas steilen Waldweg (Nr. 1) hinauf zur Tuff Alm. Der Weg führt teils durch den Wald, teils mit schöner Aussicht zum Wegkreuz Peterfrag. Hier bietet sich eine kurze Rast mit schöner Aussicht an, bevor es weiter Richtung Schlernschlucht geht. Der interessanteste Teil der Wanderung ist die Wanderung auf dem Prügelweg: Brücken aus Holzstämmen und Wege machen die Schlernschlucht zugänglich. Ein faszinierender Weg! Bei der Sesselschwaige trete ich von der Schlucht hinaus auf offene Almwiesen. Die Sonne begleitet mich auf meinem Weg zum Schlernhaus, Schatten sucht man jetzt vergebens. Noch hinauf auf den Monte Petz, dann aber ab zu Knödeln oder Kaiserschmarren.

Prügelweg durch die Schlernschlucht

Auf dem Prügelweg durch die Schlernschlucht

Rosengarten, vom Schlern aus gesehen

Blick auf den Rosengarten beim Aufstieg von der Sesselschwaige zum Schlern

Den Abstieg wähle ich wieder über den Touristensteig – den Knien zuliebe. So muss ich beim Abstieg wesentlich weniger Höhenmeter machen.

Die Tour im Detail
Kennzahlen der Tour: 20 Kilometer, 1.850 Höhenmeter im Aufstieg / 900 Höhenmeter im Abstieg, 8 h
Einkehrmöglichkeiten: Sesselschwaige, Moarboden, Schlernhaus, Saltnerhütte in Tschapit
Die schönsten Fotospots: Völser Weiher, Prügelweg, Blick vom Schlern/Monte Petz, Seiser Alm mit den typischen Schwaigen
Beste Zeit: Juni – Herbst (bis zum ersten Schneefall)

Weitere Wandertipps für die Seiser Alm in Südtirol gibt’s auf www.seiseralm.it/wandern

9 Gründe, warum auch ihr einmal im Leben auf den Schlern wandern müsst

  1. Der Schlern ist Wahrzeichen Südtirols.
    Nicht seine Höhe, sondern seine Silhouette macht den Schlern unverkennbar: Mit seinen vorgelagerten Spitzen Santner und Euringer gilt er als Wahrzeichen Südtirols.
  2. Der Schlern ist ein wunderbarer Aussichtsberg.
    Vom Schlern fällt der Blick nicht nur auf den nahen Rosengarten. Bei guter Sicht sieht man von der höchsten Erhebung, dem Petz, auch Civetta und Pelmo, ja sogar die Ortler-Cevedale-Gruppe im Westen des Landes.
  3. Der Schlern ist sagenhaft.
    Sagen und Legenden ranken sich um den Schlern und das Treiben der Schlernhexen. Die Sage erzählt, dass sich die Schlernhexen hier versammeln, um schreckliche Unwetter zusammenzubrauen. Bekannt ist auch die Legende vom Hexenmeister Kochler Hans, der vom Schlern einen Felsbrocken auf die Seiser Alm schleuderte. Dieser liegt heute noch auf der Alm und ist als Tschon Stoan bekannt.
  4. Der Schlern ist ein wunderbares Fotomotiv.
    Wer gerne fotografiert, wird vom Schlern begeistert sein. Die beste Zeit für Fotos von der Seiser Alm aus sind der Morgen bzw. der Vormittag, wenn die Sonne das Schlernmassiv direkt anstrahlt. Oder der Abend, wenn die Sonne untergeht und der letzte Sonnenstrahl hinter dem Schlern auf die Seiser Alm fällt.
  5. Der Schlern ist UNESCO Welterbe.
    Seit 2009 zählen neun Teilgebiete der Dolomiten, darunter auch der Naturpark Schlern Rosengarten und mit ihm das markante Schlernmassiv zum UNESCO Welterbe.
  6. Der Schlern ist ein versteinertes Korallenriff
    Vor 250 Mio. Jahren werden die heutigen Dolomiten vom tropischen Ur-Meer Tethys umspült. Auf dem seichten Meeresboden entwickeln sich Algen, Korallen, Schwämme, Seeigel. Über Millionen Jahre prägen Erdbeben, unterirdische Vulkanausbrüche und riffbauende Organismen die Region. Im Zeitalter des Tertiär prallen die afrikanische und die europäische Platte aufeinander: Die Landmassen heben sich, die Dolomiten entstehen.
    Mehr Infos: www.dolomitiunesco.info
  7. Der Schlern ist vielseitig.
    Je nach Blickwinkel ändert der Schlern sein Aussehen. Von Völs aus gesehen, wirken die bleichen Felswände massiv und unnahbar. Charakteristisch ragen die Santnerspitze und der Euringer in den Himmel. So ist der Schlern von weithin sichtbar. Wer in Seis oder Kastelruth steht, erlebt den Schlern völlig anders. Man mag kaum glauben, dass es sich um denselben Berg handelt. Mir persönlich gefällt der Blick von der Seiser Alm auf den Schlern am besten. Mein Lieblingsort, um das Schlern-Riff zu bewundern, ist das Ladinser Moos.
  8. Der Schlern ist eine prähistorische Kultstätte.
    Am Nordrand des Schlern, dem Burgstall, handelt es sich um einen Kultplatz. Holzkohle und Reste verbrannter Knochen dokumentieren, dass den Göttern hier Tieropfer dargebracht wurden.
  9. Der Schlern ist ein Ort für Blumenfreunde.
    Auf dem Schlern blühen Edelweiß und Enzian, Alpengrasnelken (auch Schlernhexen genannt) und die Schopfige Teufelskralle, Moretti-Glockenblumen und die Dolomiten-Rapunzel. Während das Schlernplateau eine Hochgebirgsflora aufweist, wachsen zu seinen Füßen Krokusse und Osterglocken, Alpenrosen und wilde Orchideen.
Der Schlern im Abendlicht

Wahrzeichen Südtirols, beliebtes Fotomotiv und UNESCO Welterbe: der Schlern

St. Valentin Kirchlein

Die besten Tipps für die Schlernwanderung

  • Früh starten
  • Fotostopps einlegen
  • Wanderstöcke mitnehmen
  • Ein besonderes Erlebnis ist ein Harfenkonzert auf der Rosszahnscharte, das sogenannte Knottenkonzert. Das Knottenkonzert findet an einem Sommerabend statt und lässt sich mit einer Übernachtung auf der Tierser Alpl Hütte und einer Wanderung zu den Schlernhäusern verbinden.
  • Schlern Kirchtag 2017: Am 12. August bei der St. Kassiankirche
Wanderwege Schlern

Der Schlern im Abendlicht

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