In den Thermalgebieten rund um Taupo und Rotorua holt die Natur alle Farben und Formen aus ihrer Zauberkiste: Das Devil’s Bath im Wai-O-Tapu Thermal Wonderland leuchtet giftgrün, der Inferno Crater Lake im Waimangu Volcanic Valley erstrahlt in hellem Türkis und die farbenfrohen Terrassen von Orakei Korako sind einfach atemberaubend. Dazwischen blubbert der Schlamm, mal zähflüssig, mal spritzig. Eine Wassertemperatur von 70 Grad und mehr ist hier keine Seltenheit. Dass uns bei unseren Rundgängen durch die Thermalgebiete Schwefelgestank um die Nase weht, ist angesichts all dieser Naturschönheiten schnell vergessen.

Orakei Korako

Orakei Korako Emerald Terraces

Orakei Korako

Das Orakei Korako liegt nicht direkt an der Straße zwischen Taupo und Rotorua. Vielleicht ist auch dies ein Grund dafür, dass es weniger Besucher hierher verschlägt. Warum sich Neuseeland-Reisende von diesem Umweg abschrecken lassen sollten, ist mir allerdings ein Rätsel.

Für mich ist Orakei Korako das erste Thermalgebiet, das ich in meinem Leben sehe, und dementsprechend begeistert bin ich. Vom Besucherzentrum geht’s mit einem Boot über den Lake Ohakuri ins Thermalgebiet, wo uns auch schon die Hauptattraktion erwartet: die wirklich wunderschönen Emerald Terraces. Auf unserem Rundgang passieren wir heiße Quellen, weiße Sinterterrassen, blubbernde Tümpel und Schlammlöcher. Den Diamant Geysir, der hier regelmäßig ausbricht und von wenigen Minuten bis zu mehreren Stunden aktiv bleibt, erleben wir leider nicht in Aktion.

Dauer des Rundgangs: 90 Minuten

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Wai-O-Tapu Thermal Wonderland

Wai-O-Tapu Champagne Pool

Wai-O-Tapu Devil's Bath

Laut Tripadvisor zählt das Wonderland zu den 20 surrealsten Landschaften der Welt und es ist wohl der Besuchermagnet schlechthin. Grund dafür sind das Devil’s Bath, der Champagne Pool und natürlich der Lady Knox Geysir, der täglich um 10.15 Uhr mit einem Stück Seife zum Ausbruch gebracht wird.

Auch wir wollen uns dieses Schauspiel, einmal im Leben einen aktiven Geysir zu sehen, nicht entgehen lassen. Das Spektakel vermag mich allerdings nicht wirklich zu fesseln. Tipp: Wenn ihr den Geysir nicht unbedingt sehen wollt, nutzt die Zeit euch in aller Ruhe das Thermalgebiet anzuschauen, während die anderen zum Lady Knox Geysir fahren. Der Lady Knox Geysir liegt nämlich ein paar Autominuten vom Park entfernt. Während die meisten Besucher also mit dem Auto zum Parkplatz fahren, auf der Tribüne Platz nehmen, auf das Spektakel warten und den Geysir in Aktion erleben, könnt ihr euch in Ruhe den dampfenden Champagne Pool anschauen, die Tümpel, Seen und Krater. Im Inneren leuchtet der Champagne Pool grün-blau, während der Rand in kräftigstem Orange leuchtet. Dampfschwaden ziehen über das 75 Grad heiße Wasser und natürlich liegt auch hier der allgegenwärtige Schwefelgeruch in der Luft. Etwas außerhalb des Parks finden sich auch Schlammlöcher, die gratis besichtigt werden können. Ein Abstecher lohnt sich.

Dauer des Rundgangs: 75 Minuten

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Waimangu Volcanic Valley

Waimangu Volcanic Valley Frying Pan Lake

Waimangu Volcanic Valley Inferno Crater

Das Waimangu Volcanic Valley ist ein junges Thermalgebiet. Entstanden ist es 1886 beim Ausbruch des Mount Tarawera, bei dem die White and Pink Terraces im Lake Rotomahana versenkt wurden. Der 4 Kilometer lange Wanderweg durch das Tal führt meist abwärts an einigen Tümpeln, sprudelnden Quellen und Terrassen vorbei. Hier liegt auch die weltweit größte Thermalquelle, der Frying Pan Lake. Der See aber, der uns den Atem stocken lässt, ist der Inferno Krater. Ein solches Türkis habe ich sonst nur einmal in meinem Leben gesehen (wo genau, das erfahrt ihr hier).

Am Ende des Wanderweges durch das Thermalgebiet kann man mit einem Schiff über den Rotomahana See schippern, vorbei an den einstigen White and Pink Terraces. Für uns ging sich das zeitlich nicht mehr aus und wir sind mit dem Bus zurück zum Besucherzentrum gefahren.

Dauer der Wanderung: 90 Minuten

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In den Thermalgebieten zwischen Taupo und Rotorua muss man sich einfach wie Alice im Wunderland fühlen, auch wenn die Namen (Bad des Teufels, Höllenkrater) eher ans Inferno denken lassen. Für mich zählen die unwirklich anmutenden Landschaften zum schönsten, was ich in meinem Leben gesehen habe. Und wenn ich noch einmal nach Neuseeland reise, schaue ich mir alle drei Thermalgebiete ein zweites Mal an. Die Wege durch die Thermalgebiete sind einfach zu begehen und wenn man doch mehr Zeit benötigt als vorgegeben, so liegt das sicher nicht am Schwierigkeitsgrad, sondern an den Farben und Formen, die die Natur hier hervorgezaubert hat. Kein Wunder also, wenn man einfach nur verweilen will.