Elba war für mich die Unbekannte im Tyrrhenischen Meer. Sardinien ist für seine karibischen Strände bekannt, Sizilien für gutes Essen, viel Kultur und den Ätna und Korsika für seine Naturschönheiten. Elba brachte ich bislang nur mit Napoleon in Verbindung. Dabei ist Elba längst keine Unbekannte, sondern ein beliebtes Ziel für einen Strandurlaub. Elba bietet aber nicht nur schöne Strände, sondern auch abwechslungsreiche Wanderwege und fantastische Aussichtspunkte. Unsere besten Elba Tipps

Elba Tipps: Eine Inselrundfahrt

Elba Tipps: Schöne Ausblicke bei einer Inselrundfahrt

Schöne Ausblicke bei der Inselrundfahrt. Ein Stopp lohnt sich!

Eine Inselrundfahrt ist eine optimale Möglichkeit, sich einen Überblick über Elba zu verschaffen. Die Insel ist mit einer Küstenlänge von 147 Kilometern zwar klein, allerdings sind die Straßen manchmal recht kurvenreich, führen über Berg und Tal, manchmal aussichtsreich an der Küste entlang. Da lockt ein Zwischenstopp, um an einem der wunderbaren Elba Strände zu entspannen und in das klare Wasser einzutauchen. Auch sehr schön: die Orte, die sich an die Hänge der Insel schmiegen und die Hafenorte.

Am schönsten und aussichtsreichsten ist die Strecke im Süden der Insel zwischen Colle di Palombaia und Fetovaia.

Elba Tipps: Ein Schlauchboot mieten

Must-Do: Elba per Schlauchboot erkunden

Must-Do: Elba per Schlauchboot erkunden

Am Strand von Naregno mieten wir uns ein Schlauchboot. Bis 40 PS kann man auch als Laie mit einem gommone, einem Schlauchboot, fahren – ohne Bootsführerschein. Gewisse Regeln gilt es natürlich zu beachten: in Strandnähe Motor ausstellen, beim Anlegen das Schlauchboot in Abstand zum Strand an Anker legen. Mit einer Tankladung dürfen wir dann von Naregno in südwestliche Richtung bis zu den Isole Gemini fahren. Wir kommen an einsamen und bewirtschafteten Stränden vorbei, sehen Villen hoch oben in den Klippen stehen und können vom Meer aus einen Blick auf die Bergwerke von Calamita werfen. Bei den Isole Gemini ist dann Schluss. Auf dem Rückweg muss aber auch ein Abstecher an einen der einsamen Strände sein: An der spiaggia del Ginepro liegen wir in der Sonne und kühlen uns in den Wellen ab.

Elba Tipps: Die schönsten Strände

Elba Strände: Am Strand von Cavoli

Heller Sandstrand und glasklares Wasser am Strand von Cavoli

Unser erster Strand-Stopp führt uns nach Fetovaia. Leider ergattern wir keinen Parkplatz mehr. Sowohl der kleine öffentliche als auch der große private (und überteuerte) Parkplatz sind bereits voll. Warten oder weiterfahren? Wir entscheiden uns für die Weiterfahrt und steuern den Strand Cavoli an. Ein Traum! Klares Wasser, feiner Sandstrand. Ein Elba-Kenner verrät uns seine Strand-Tipps für Elba. Cavoli, Capo Bianco, La Biodola (bei Windstille) und Laconella sind für ihn die schönsten Strände auf Elba. Und ein anderer schwärmt von Sansone, „un colpo d’occhio“, ein Hingucker.

Als wir wieder starten, hören wir die Worte, die wir in den kommenden Tagen noch öfter hören werden: „Andate via?“ Jeder Autofahrer hofft seinerseits auf einen Parkplatz am Strand. Es ist zwar Anfang September, aber Elba scheint nach wie vor Touristen en masse anzuziehen.

Unser zweiter Strand ist der einsame Strand Ginepro im Südosten der Insel. Diesen Strand haben wir fast für uns alleine, ist er doch nur mit dem Schlauchboot oder zu Fuß über Felsen zu erreichen. Leider habe ich die Badeschuhe nicht eingepackt, denn die schwarzen Steinchen bohren sich unbarmherzig in meine Fußsohlen. Das Wasser fühlt sich anfangs kühl an, bald aber genieße ich es einfach, von den Wellen umspült zu werden.

Bei Strand Nummer 3 stoßen wir wieder auf das Parkplatz-Problem: Zur spiaggia di Sansone führt ein Fußweg, an der Straße reiht sich Stoßstange an Stoßstange. So macht Urlaub keinen Spaß und ich will gar nicht daran denken, wie es hier erst zu Ferragosto zugehen muss. Wir fahren weiter, zum Strand La Biodola. Dieses Mal ist uns das Glück hold: Gerade steigt ein Mann in sein Auto und fährt weg. La Biodola ist ein bewirtschafteter Strand, mit Strandbar und Restaurant, Liegestühlen und Sonnenschirmen. Herrlich ist der feine Sandstrand, das glasklare Wasser, der Blick auf die Blautöne, die uns umgeben.

Auch den Strand von Laconella, einer der Top-Strände Elbas, steuern wir an. Die Parkplätze lassen sich an einer Hand abzählen. Alle anderen Autos parken neben dem Weg, alle im Halteverbot und alle mit einem Strafzettel auf der Windschutzscheibe. 30 bis 40 Autofahrer sind es sicherlich, die hier abkassiert werden. Wir fahren wieder weiter und kühlen uns stattdessen an unseren Hausstrand, Naregno, ab.

Elba hat schöne Strände, sauberes Wasser und bietet zwischen Sandstränden und Kieselstränden, von weiß über goldbraun bis schwarz, jede Menge Abwechslung. Aber: Das Parkplatz-Problem nervt. Ein anderes Mal würde ich meinen Urlaub für Mai planen, mehr Wanderungen unternehmen und an Elbas schönsten Stränden einfach die Zähne zusammenbeißen und in das noch nicht so warme Wasser eintauchen.

Eine vollständige Übersicht über alle Strände auf Elba findet ihr auf der offizielle Seite www.infoelba.net.

Elba Tipps: Wandern mit Aussicht

Wanderung zum Capo d’Enfola

Auf dem Weg zum Capo d'Enfola (Elba)

Auf dem Weg zum Capo d’Enfola

Elba bietet nicht nur schöne Strände, sondern ebenso schöne Wanderwege. Unsere erste Wanderung führt uns zum Capo d’Enfola. Ich bin begeistert und schwärme bei jedem Schritt über die wunderbare Aussicht. Allerdings ist es auch ziemlich heiß, wenn die Sonne auf den breiten Wanderweg brennt. Am Capo d’Enfola liegen Bunker, Schützengräben und Geschützstellungen, erbaut im Zweiten Weltkrieg. Ein kleiner und schattiger Waldweg führt hinunter zum Kap. Am Horizont sehen wir das italienische Festland, unter uns kreuzen Boote, die sich die wilde Küste vom Meer aus anschauen. Die Wanderung ist wunderschön und ein absolutes Muss für alle, die schöne Aussichten auf Buchten, über Felsklippen und über das Meer lieben.

Leider zeigt mir diese kurze Wanderung von ca. zwei Stunden aber auch, dass es Anfang September für ausgedehnte Wandertouren auf Elba einfach noch zu heiß ist. Ein anderes Mal würde ich im Frühling kommen, wenn die Temperaturen angenehm sind und die Macchia blüht.

Wanderung von San Piero in Campo zur Pietra Murata

Pietra Murata mit caprile

Pietra Murata

Eine Halbtageswanderung wollen wir trotzdem noch unternehmen und vom hübschen Bergdorf San Piero zur Pietra Murata wandern.

Wir starten die Wanderung im kleinen Bergdorf San Piero in Campo und wandern im Uhrzeigersinn. Die Rundwanderung führt an den Südhängen des Monte Capanne entlang. Mit etwas Glück soll man hier auch Mufflons erspähen können. Wir sehen leider keines, werden aber durch wunderbare Ausblicke auf die Küste Elbas dafür entschädigt. Die Wanderung führt an einem Granitbruch, der Mühle von Mancione und den typischen caprili, kleinen Hirtenhütten, vorbei. Bei der Pietra Murata handelt es sich um eine alte, mit Felsen durchsetzte, Siedlung.

Wenn ihr einen Wanderurlaub auf Elba plant, findet ihr auf travelistas.info noch weitere Wandertipps für die italienische Mittelmeerinsel.

Elba Tipps: Aussichtspunkte

Capo d’Enfola: Das Kap bietet traumhafte Ausblicke über das Meer und die Klippen. Ein Muss!

Elba Guide: Die besten Elba Tipps

Castello del Volterraio: Zur Burg, die auf dem gleichnamigen Berg thront, wollten wir zum Sonnenuntergang an unserem letzten Abend auf Elba hinaufsteigen. Leider hatten wir unsere Pläne ohne das Wetter gemacht. Schade, bei einem solchen Ausblick…

Monte Capanne: Der Monte Capanne ist mit 1.019 Metern Elbas höchster Berg. Man kann hinaufwandern oder mit der abenteuerlichen Seilbahn hinauffahren. Von oben bietet sich an klaren Tagen fantastische Ausblicke, schwärmt ein Elbaner. Ich glaube ihm gerne, habe aber nicht so recht Lust auf ein Menschengewimmel am Berg. Vielleicht eine Fehlentscheidung, wenn man diesen Ausblick sieht…?

Auch auf der Inselrundfahrt bieten sich immer wieder schöne Ausblicke über die Küste an. Ich ertappe mich dabei, wie ich nach Neuseeland-typischen Lookout Points Ausschau halte. Aber auch wenn es keine eigens gekennzeichneten Aussichtspunkte gibt, findet sich immer wieder eine Ausweichbucht. Besonders zu empfehlen: der Blick auf Portoferraio von der Straße, die nach Capoliveri führt, der Blick auf die Südküste der Insel zwischen Colle di Palombaia und Fetovaia und der Blick auf die Bucht von Marciana Marina von der Straße zwischen Zanca und Marciana Alta.

Elba Tipps: Interessante Orte

Rio nell'Elba

Rio nell’Elba

Auf Elba tragen alle Orte das Prädikat „sehenswert“. Die Orte lassen sich in zwei Kategorien einteilen: die kleinen Bergdörfer und die Hafenorte. Wir wählen eine Unterkunft in der Nähe von Capoliveri. Der historische Ort thront auf dem Monte Calamita und nimmt mich sofort für sich ein. Neben der schönen Aussicht ist es vor allem die Liebe zum Detail, die in den Gassen von Capoliveri sofort ins Auge sticht. Die Geschäfte sind liebevoll geschmückt, die Häuserfassaden dekoriert.

Wunderschön sind auf San Piero in Campo, Marciana, Poggio und Rio nell’Elba. Sie sehen einfach zu idyllisch aus und müssen sich auf keinen Fall vor den touristischeren Hafenorten verstecken! Der bekannteste dieser Hafenorte ist zugleich Hauptstadt von Elba: Portoferraio. In Portoferraio legen die meisten Fähren vom italienischen Festland an und wer wie ihr an einem sonnigen Spätsommertag in den Hafen einfährt, muss von dieser Ansicht einfach begeistert an. Auch Marciana Marina und vor allem Porto Azzurro finde ich traumhaft schön, etwas weniger begeistert mich Marina in Campo.

Elba: Praktische Tipps

Anreise mit dem Auto/Fähre: Wer wie wir aus dem Norden Italiens anreist, fährt bis nach Pombino. Hier legen die Fähren nach Elba ab. Mit dem Auto kommt man mit Blu Ferry, elba ferries, Moby und Toremar nach Portoferraio. Wir kaufen unser Ticket kurzfristig, was auch Anfang September kein Problem ist. So sparen wir uns auch die Bearbeitungsgebühr, die bei einer Online Buchung anfallen würde. In der Hochsaison würde ich das Ticket aber doch online buchen. Wer fürs Wochenende eine Fähre bucht, zahlt mehr. An Werktagen reist sich’s günstiger.

Unterkunft: Wir schauen uns vor Ort nach einer Unterkunft um. Auch Anfang September sind die meisten Unterkünfte – von Hotels über Ferienwohnungen bis zu B&B gut belegt. Besser online buchen, falls ihr einen Urlaub im Sommer plant.

Beste Reisezeit: Wer einen Strandurlaub auf Elba plant, kommt am besten in den Sommermonaten von Mitte Juni bis Mitte September. Dann sollte man sich allerdings auf viel Verkehr, wenig Parkplätze und überfüllte Strände einstellen. Für einen Wanderurlaub sind Frühling und Herbst ideal. Meine Wahl würde bei meiner nächsten Elba Reise ganz klar auf das Frühjahr fallen.

Bus: Beim hohen Verkehrsaufkommen im Sommer sollte man sich überlegen, das eigene Auto stehen zu lassen, und stattdessen Bus zu fahren. Die Elba-Buslinie ATL verbindet die wichtigsten Orte, der Marebus bietet einen Shuttle-Service zu den Stränden. Allerdings kann ich euch nicht sagen, ob auch die Busse zur Hochsaison derart überfüllt sind.

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Elba Guide: Die besten Tipps rund um Strände, Wanderwege und Aussichtspunkte.

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