Es reicht! Wir müssen raus, weg vom Alltag, weg vom Allbekannten, weg von der Routine. So entscheiden wir uns  für ein Wochenende mit viel Seeluft. Unsere Ziele: der Tennosee, der Gardasee und der Toblinosee, die alle drei von Südtirol aus in kürzester Zeit zu erreichen sind. Wir freuen uns auf viel Sonne, viel See und gutes Essen.

Unser erstes Ziel führt uns über Riva zum Lago di Tenno, einem kleinen türkisfarbenen Bergsee auf 570 m, der von Wäldern und Wiesen umgeben und im Sommer als Badesee beliebt ist. Im See, der einst durch einen Erdrutsch entstand, gibt es eine kleine Insel, ein Biotop, zu dem man gemütlich schwimmen kann. Ein interessantes Detail zum türkisfarbenen See lese ich im Internet: Wenn der Wasserspiegel sinkt, kommt eine zweite kleine Insel zum Vorschein, und zwar die „dell‘86“, die nach dem Datum ihres ersten Auftauchens benannt wurde. Wir spazieren gemütlich in etwas mehr als einer Stunde um den See, an dessen Ufer sich viele Sonnenanbeter niedergelassen haben. Auch einige Hunde sind zu sehen, kein Wunder, dürfen doch die Vierbeiner auch in den See, um sich abzukühlen. Nach den Fotopausen und einer Abkühlung im Wasser essen wir in einem der am See gelegenen Restaurants zu Mittag.

Lago di Tenno mit Biotop

Türkisfarbenes Juwel – der Tennosee

Lago di Tenno

Angenehm erfrischend – ein Fußbad im Tennosee

Auf dem Rückweg nach Riva passieren wir mehrere sehenswerte Dörfer, wie zum Beispiel Canale di Tenno. Das kleine Dorf, das seinen mittelalterlichen Charakter behalten hat, ist mir seit meinem Besuch dort im Dezember 2015 sehr gut in Erinnerung geblieben. Wer in der Gegend ist, sollte sich unbedingt Zeit nehmen für einen Spaziergang durch die engen, verwinkelten Gassen.

Canale di Tenno

In den Gassen von Canale di Tenno

Ebenfalls in der Nähe liegt der absolut sehenswerte Park Grotta Cascata Varone, in dem man den Wasserfall von Varone und einen botanischen Garten bestaunen kann. Das Tolle an dem Park ist definitiv die Cascata, die durch eine senkrechte Klamm 100 m in die Tiefe fällt und von zwei unterschiedlich hoch gelegenen Aussichtsplattformen betrachtet werden kann. Egal, bei welchem Wetter man dort ist, Regenschutz nicht vergessen! Nass wird man sowieso, aber Regenschutz bewahrt euch davor, euch zu fühlen wie ein nasser Pudel. Wir fanden den Besuch dort letztes Jahr im Sommer toll. Und erfrischend.

Cascata Varone

Der Wasserfall von Varone

Über Riva und Torbole verlassen wir die Region Trentino-Südtirol und gelangen schließlich nach Malcesine, unser Endziel für den Tag. Vom Balkon unseres Hotelzimmers leuchtet uns das Dunkelblau des Gardasees entgegen.

Nachdem wir uns im Hotel ein wenig ausgeruht haben, schlendern wir gemächlich durch die Gassen, schauen und beobachten und gönnen uns schließlich auf der malerischen Piazza Cavour einen erfrischenden Cocktail. Wir folgen keinem bestimmten Programm und lassen uns einfach treiben. Selbst wer noch nie in Malcesine war, wird sofort erkennen, dass die Stadt mit ihren etwa 3000 Einwohnern stark touristisch geprägt ist. Gerade zu dieser Jahreszeit teilt man sich die engen Gassen und malerischen Plätze mit vielen anderen. Dennoch lassen sich auch hier ruhigere Ecken finden.

Malcesine

Malcesine und sein Wahrzeichen, die Skaligerburg

Malcesne

Am Hafen

Am Abend gönnen wir uns am Hafen ein köstliches Abendessen: Ich gönne mir als Antipasto die Bruschette al pomodoro und als Hauptgang eine Grigliata di mare, meine Schwester entscheidet sich für den Antipasto di mare und die Bigoli allo scoglio. Mmmmmmmm! Das Abendessen schmeckt super, und der Sonnenuntergang tut sein Übriges für unsere fabelhafte Stimmung. Den Abend lassen wir schließlich mit einer coolen Modenschau im Castello ausklingen.

Bruschetta

Einfach, aber köstlich: Bruschette al pomodoro

Malcesine

Liebevoll arrangiert

Nach einem ausgiebigen Frühstück spazieren wir der Uferpromenade entlang zum Startpunkt unseres traghetto, des Bootes, das uns nach Limone auf die Westseite des Gardasees bringt. Die etwa 20-minutige Überfahrt nach Limone genießen wir auf dem Deck der „Principessa“. Limone wirkt ganz anders als Malcesine. Das Dorf schmiegt sich an den Felsen und zieht sich eher in die Länge. Enge Gassen und malerische Plätze gibt es auch hier. Sehr gut besucht sind sie ebenfalls. Sofort fällt auf, dass in Limone die Zitrone das Sagen hat: überall Geschäfte, die die Zitrone vermarkten. Auch die Straßenschilder und Hausnummern sind mit Zitronen geschmückt. Auch wenn Limone übersetzt Zitrone heißt, den Namen hat die Stadt mit etwas mehr als 1000 Einwohnern nicht von den umliegenden Zitronenhainen. Der Name leitet sich wohl vielmehr von limes (lat. Grenze) ab. Hier endete einst die Republik Venedig.

Limone

Am Hafen von Limone

Limone

Paradiesisch schön

Nach einem guten Mittagessen am Hafen von Limone geht es wieder zurück nach Malcesine, von wo aus wir die Heimfahrt antreten. Wir entscheiden uns, auf dem Rückweg über das Sarcatal, auch Tal der Seen genannt, zu fahren und legen beim schönen Toblinosee einen Halt ein. Wahrzeichen des Sees ist das mittelalterliche Castel Toblino, das heute ein Restaurant ist. Im Café am Seeufer gönnen wir uns noch ein Eis, bevor es dann nach Hause geht.

Toblinosee

Der Toblinosee mit dem Castel Toblino

Alltag raus, Abwechslung rein – mit unserem entspannten Seen-Wochenende ist uns das super gelungen! Fortsetzung folgt!